Interview mit Nathan Jurevicius (Australien)

Das Interview führte Matias Roskos von VisualOrgasm im Juli 2005 per Email. Vielen Dank an Matthias Schütze für den Support beim Überseten.
Scarygirl
1. Scarygirl ist mittlerweile DAS Aushängeschild von Dir. Aber: warum trägt Scarygirl eine Augenklappe? Hat sie sich einmal verletzt? Und wann ist die Verletzung abgeheilt, so dass sie ihre Fans mit beiden Augen anstrahlen kann?
Scarygirl hat eine Vergangenheit die erklärt, warum sie so aussieht. Diese Vergangenheit ist im Moment aber noch verhüllt bis wir den Film fertiggestellt haben. Ich bin mir aber nicht sicher, ob wir sie jemals mit beiden Augen sehen werden.
2. Im Jahr 2004 hast Du angefangen Deine Charaktere als Toys auf den Markt zu bringen. Wie kam es dazu? Erzähl uns ein bisschen was darüber.
Wir haben im Jahr 2002 damit angefangen die Charaktere auf den Markt zu bringen. Scarygirl habe ich bereits 2001 designd. Sie hat sich aber damals noch mächtig im Aussehen von der heutigen Figur unterschieden. 2002 hat dann Flying Cat bei mir angefragt, ob wir nicht zusammen Spielzeuge entwickeln wollen. Nach ein paar Diskusionen in denen wir klärten mit welcher Figur wir anfangen wollten, viel die Wahl offensichtlicherweise auf Scarygirl.
3. Auch 2005 kamen mit den "Scarygirl - Variations" und einigen anderen neue Toys hinzu. Wie soll es 2006 weitergehen?
Bis jetzt haben wir vier Variation von Scarygirl erschaffen und für die zweite Hälfte von 2005 werden wir noch ein paar wirklich wundervolle neue Figuren zu sehen bekommen (viele davon werden ihre Premiere bei der San Diego Comic Con und Taipei Toy Show haben). Diese beinhalten ein völlig neues Äußeres und neue Kleidung für Scarygirl, Minitreehouse Serie 2, großes Minitreehouse Vinyl und einige andere nette Sachen.
4. Ich habe mir gerade vorhin "Chihoohoo" und "Bunniguru" gekauft. Da stand auch die neue Box mit vier Figuren drin im Laden. Zwei davon passten für meinen Geschmack nicht so recht zu dem, was ich von Dir kenne. Ein rundes Vieh mit einer Plastikhaube und ein grüner Mann mit grimmiger Miene. Woher kommen die? Erzähl mal etwas über die beiden.
Alle Charaktere in der mini Scarygirl-Serie sind in den Originalcomics, die wir 2002/03 veröffentlich haben, erschienen. Man muss schon genau hinsehen, um Alice (die Plastikhaubenkreatur) zu finden. Der andere Charakter ist ein Zombie-Hafenarbeiter, der in der Stadt lebt in die Scarygirl reist.
5. Neben den Action-Toys, welche Projekte verfolgst Du noch? Sind weitere Ausstellungen geplant wie die im Frühjahr 2005 in der Outre-Galerie in Melbourne? Kann man Dich und Deine Arbeiten vielleicht auch mal in Europa bewundern? Wie lief die Ausstellung überhaupt?
Die Yellow-Onion-Show bei der "Outre Gallerie" war wirklich wundervoll. Wir haben in einem vollen Haus die Show eröffnet und die Resonanz zu den gezeigten Arbeiten war exzellent. Es gibt da noch eine Show, die in Minneapolis (OXOP Gallerie) im Oktober stattfinden wird und dann noch eine Japan. Ich würde sehr gerne eine Ausstellung in Europa irgendwann 2006 machen.
Neben den Shows gibt es noch eine ganze Reihe anderer Projekte, darunter auch eine Stop Motion animierte Show basierend auf den Minitreehouse Characteren an denen wir arbeiten. Und natürlich die Scarygirl-Film-Entwicklung.
6. Neben den Eigenkreationen - arbeitest Du auch noch für Auftraggeber oder verfolgst Du ausschließlich eigene Projekte?
Ja, ich bin erst vor kurzem mit einer ganzen Reihe von Auftragsjobs fertig geworden. Darunter war auch das Maskottchen für den australischen Pavilion bei der Weltausstellung in Japan, Identitäten für MTV und dem Sender Comedy Central und ein Online-Projekt für Coca Cola.
7. Wieviel Stunden am Tag arbeitest Du eigentlich am Computer bzw. mit dem Stift in der Hand?
Das variiert ganz schön. Wenn ich an einer Ausstellung arbeite, verbringe die meisten Tage damit Skizzen aufs Papier zu bringen und dann mit Stift und Farbe auszufüllen. Wenn es Auftragsarbeit ist, verbringe ich wahrscheinlich den ersten Tag mit Skizzen und den Rest der Zeit am Computer.
8. Erzähl uns ein wenig zur Technik, wie Deine Illustrationen entstehen. Ich nehme an, Du malst Sie zuerst, scannst sie dann ein und bearbeitest sie am Computer weiter. Korrekt? Welche Programme nutzt Du dafür?
Meine Technik variert auch ein bisschen. Das Zeug was ich zuletzt gemacht habe ist ein Mix aus metallischer Tinte auf Drucken und außerdem große lockere Malerein auf riesigen Blättern von Wassermalpapier. Aber bei den meisten Drucken brauche ich vorher Stunden (manchmal Tage) bis ich eine perfekte Skizze ausgearbeitet habe. Das wird dann in den Computer eingescannt und mit Illustrator und Photoshop überarbeitet.
9. Wie und wo entspannst Du am besten?
Ich liebe Filme. Ich leihe mir jede Menge DVD's aus. Außerdem genieße ich es mir Hörbücher anzuhören (also habe ich mir die ganze Reihe von Harry Potter gekauft und immer beim arbeiten oder in der Nacht gehört). Meine Frau und ich kochen auch sehr gerne - das ist sehr entspannend.
10. Nochmal zurück zum Scarygirl. Sagt Dir "Pippi Langstrumpf" was? Irgendwie könnte Scarygirl die australische Tante von Pippi Langstrumpf sein.
Ja, ich kenne Pippi Langstrumpf. Die Originalstory ist wirklich toll - leider wurde es in den USA zu der Zeit als ich aufwuchs zu sehr kommerzialisiert.
11. Wann gibt es endlich eine Scary-Girl Klamotten-Kollektion?
Das erste T-Shirt ist im Juli 2005 erschienen.
12. Wann trinken wir endlich mal einen Cocktail zusammen in Berlin?! Vielleicht kommst Du ja zur Fußball-WM im nächsten Jahr vorbei!
Es könnte sein, dass ich zur Pictoplasma 2006 Konferenz komme, die meines Wissens nach in Berlin abgehalten wird. Also können wir uns hoffentlich bald treffen! Mein Vater wurde Deutschland geboren, also möchte ich Deutschland eines Tages auf jeden Fall mal besuchen.
Hier noch ein paar Standardfragen, die wir jedem Interviewten stellen und die einfach sein müssen:
a) Du wurdest wann und wo geboren?
1973, Bordertown, Süd Australien.
b) Hast Du irgendwas studiert oder eine andere Ausbildung genossen?
Ich habe einen Abschluss in Design an der Universität Süd Australien gemacht, mir aber selber beigebracht wie man einen Computer benutzt.
c) Welche Webseiten besuchst Du regelmäßig und warum?
www.abc.net.au (für lokale Neuigkeiten und außerdem für Links zur Triple J Website). Google und alltheweb sind beides großartige Seiten für Informationen.
d) Was sind Deine Lieblingsseiten? Welche sind Deiner Meinung nach extrem gelungen?
Diese Seiten sind wirklich nicht das, was ich als erstaunlich designt bezeichnen würde. Aber sie haben eine tolle Struktur die ich liebe - besonders die 'listen'-Seite auf Triple J.
e) Wohin willst Du unbedingt mal reisen?
Kroatien.
f) Wen würdest Du selbst gern mal interviewen?
Yoshitomo Nara.
g) Von wem würdest Du Dir Artwork ins Wohnzimmer hängen?
Wir haben bereits eine ganze Menge Kunst in unserem Wohnzimmer, die wir lieben - ein großes abstraktes Bild von einem kanadischen Maler namens David Urban, Skizzen von Kozyndan und Deane Taylor (Art Director bei Alptraum vor Weihnachten) und ein paar Holzblock Drucke von George A. Walker. Wenn ich mir irgendein Kunstwerk leisten könnte, hätte ich gerne einen riesen Nara.
h) Stehst Du auf Designer-Action-Toys? Und wenn ja - von wem steht was auf Deinem Schreibtisch? Deine eigenen?!
Im Moment stehen auf meinem Schreibtisch Figuren von James Jarvis, Kaws, Pete Fowler, Tim Biskup and Tokyoplastic.
i) Deine Lieblingsband/Sänger/Sängerin? (drei bis zehn Stück)
Damon Albarn, Bjork, Aphex Twin.
>>Interview by Matias Roskos from VisualOrgasm in july 2005 per Email<<
1. Scarygirl has become your best-known project and reference. But: why is she wearing an eye patch? Did she get hurt? And when will it heal so she can smile at her fans with both eyes again?
Scarygirl has a past that explains why she looks the way she does. That past is under wraps at the moment until we complete the film. I'm not sure if we will see her with both eyes though.
2. In 2004, you started marketing your characters as toys as well. How did that start - tell us a bit about it!
We began marketing my characters as toys in 2002. Scarygirl was a design i did in 2001 but looked quite different. In 2002 Flying cat approached me to develop toys with them. After a bit of discussion about what the first figure would be we all agreed on Scarygirl as an obvious choice.
3. In 2005, you added "Scarygirl - Variations" and a few other toys. What can we expect for 2006?
Weve created about 4 variations of the Scarygirl figures in the past and the second half of 2005 will see some really wonderful new figures (many of which will debut at the San Diego Comic Con and Taipei Toy show). These include a totally new sculpt and outfit for Scarygirl, Minitreehouse series 2, large Minitreehouse vinyls and some other nice things.
4. I just bought "Chihoohoo" and "Bunniguru". In the shop I saw another box with four new characters. My impression was that two of them didn't quite fit in with the rest of your work: a chubby beast with a plastic cap and a grim-looking green man. What about these two, and where do they come from?
All the characters you see in the mini Scarygirl series appear in the original comic we published in 2002/2003. You have to look carefully to find Alice (the plastic cap creature). The other character is a zombie dock worker who lives in the city Scarygirl travels to.
5. Besides these Action-Toys, what other projects are you working on? Are you planning any more exhibitions, like the one earlier in 2005, in the Outre Gallery in Melbourne? Any chance that we get to see you and your work in Europe some time? Was the exhibition a success?
The Yellow Onion show at the Outre gallery was really wonderful. We opened to a packed house and the response to the work was excellent. I have another show coming up in Minneapolis (OXOP Gallery) in october and then a show in Japan. I would love to do an exhibition in Europe some time next year. Apart from shows there's a bunch of projects we are working on include a stop motion animated show based on the minitreehouse characters and of course the Scarygirl film developement.
6. Besides your own creative work, do you also work for clients?
Yes, I recently completed work on a number of client jobs including the Mascot for the Australian pavilion at the Japanese world expo, idents for MTV and Comedy central and an online project for Coke.
7. Usually, how many hours per day do you spend working, with pen and computer?
This varies quite a bit. If I'm working on an exhibition then most days will be spent sketching on paper, drawing in pen and painting. If it's client based work then probably the first day is spent sketching and the rest of the time is on the computer.
8. Please tell us a bit about your technique - how do you create your illustrations? It looks like you first paint or draw, then scan in the results and rework them on the computer. Is that correct? Which software do you use?
My technique varies a bit. The stuff lately has been a mix of metallic ink on prints and also large loose paintings on huge sheets of watercolour paper. But for most of my prints I'll first spend hours (sometimes days) working up the sketch until it's perfect. This will then get scanned into the computer and worked over in Illustrator and Photoshop.
9. Where and how do you relax?
I love movies. I hire a lot of dvd's. I also enjoy listening to book tapes (i bought then entire series of Harry Potter and listened to them while i worked and at night). My wife and I love to cook - this is really relaxing.
10. Back to Scarygirl. Are you familiar with "Pippi Longstocking"? A Scandinavian literary character by Astrid Lindgren, very popular with German children. Somehow Scarygirl seems a bit like Pippi's Australian aunt.
Yes, I know Pippi Longstocking. The original story is great - unfortunately it was commercialised too much in the US when I was growing up.
11. When can we expect to get a Scarygirl fashion line?
The first tshirt comes out in July 2005
12. When will we finally have the chance to drink cocktails in Berlin together? Any chance you might come over for the Football World Championship?
I may be attending the Pictoplasma 2006 conference which i think is held in Berlin - so hopefully we can meet together soon! My father was born in Germany so I'd like to visit one day.
Additionally, here's a few standard questions that we ask every interviewee - there's no avoiding these…:
a) When and where were you born?
1973, Bordertown, South Australia.
b) Did you undergo any formal training or education, or are you essentially self-taught?
I did a degree in Design at the University of South Australia but taught myself how to use a computer.
c) Which websites do you visit regularly, and why?
www.abc.net.au (for local news and also links to the Triple J website). Google and alltheweb are both great sites for information.
d) What are your favorite pages? According to you, which pages are really well done?
These sites are not really what i call amazingly designed. They do have a great structure which i love - especially the 'listen' page on Triple J.
e) Where would you love to go travelling one day?
Croatia
f) Who would you yourself love to do an interview with?
Yoshitomo Nara
g) Whose artwork would you hang into your living-room?
We have a bunch of art we love in our living room already - A large abstract painting by Canadian painter David Urban, sketches by Kozyndan and Deane Taylor (art director on Nightmare before Christmas) and some woodblock prints by George A Walker. If i could afford any artwork i'd love a huge Nara piece.
h) Do you like Designer-Action-Toys? If so, whose is standing on your desk?
There's figures by James Jarvis, Kaws, Pete Fowler, Tim Biskup and Tokyoplastic on my desk at the moment.
i) Your favorite band / singer? (between 3 and 10)
Damon Albarn, Bjork, Aphex Twin

Interview mit Eduardo Recife (Brasilien)

Das Interview führte Matias Roskos von VisualOrgasm im Juli 2005 per Email. Vielen Dank an Matthias Schütze für den Support beim Überseten.
Misprinted Type
1. Viele kennen Dich als exzellenten Font-Designer, der immer wieder ausgefallene Schriften kreiert, weit ab vom Mainstream. Andere wiederum kennen Dich aufgrund Deiner digitalen Kunstwerke. Als was siehst Du Dich selbst? Fontdesigner, Digital-Artist? Künstler?
Mir haben diese etikettenhaften Bezeichnungen noch nie gefallen. Und manchmal stören mich die Begriffe "Künstler" und "Designer" schon ein wenig. Besonders weil sich heutzutage jeder x-beliebige einfach Designer oder Künstler nennen kann. Das ist irgendwie in Mode gekommen. Ich mache von allem ein bisschen was...
2. Du hast im Frühjahr 2005 etliche Ausstellungen in den USA bestückt. Erzähl uns mehr darüber. Wie kam es dazu? Wo überall warst Du mit Deinen Werken? Was genau hast Du ausgestellt? Prints? Wie gut hast Du verkauft? Kamen Aufträge dadurch rein?
Es fing so an, dass ich Einladungen von ... erhielt, ob ich meine Arbeiten nicht auf ein paar Ausstellungen zeigen möchte. Ich habe meine Zeit nie dahingehend ausgerichtet, dass ich Kunst als Hauptjob machen wollte... Ich liebe es daran zu Arbeiten, aber manchmal ist die Zeit einfach nicht auf deiner Seite, da ich noch an ein paar Werbungssachen arbeite, von denen ich immer noch hauptsächlich lebe. Manchmal muss ich mir Zeit für die Kunst nehmen und kann nicht an den Werbeprojekten arbeiten, weil Kunstarbeiten für die Ausstellungen fertig werden müssen. Ich mache meistens gemischte-Medien-Zeichnungen auf Tafeln(?) (Akrylfarbe und Bleistift). Die Kunstwerke werden gewöhnlich in der Eröffnungsnacht verkauft, also gibt es eine großartige Reaktion. Außerdem verkaufe ich die meisten Werke (Zeichnungen) online, geradewegs von der Website.
3. Ist es schwer oder eher leichter, als Brasilianer in der weltweiten Designszene auf sich aufmerksam zu machen? Betrachten Dich die Leute als Exoten oder war es scheißegal, wo Du herkamst?
Ich vermute, dass das nicht wirklich relevant ist. Komisch ist nur, dass die meisten Kunden, Website-Besucher und Emails nicht aus Brasilien kommen.
4. Ich habe in einem Interview von Dir gelesen, dass Du am liebsten richtige Post bekommst und dass Du schon die verrücktesten Sachen in Deinem Briefkasten gefunden hast. Erzähl mal!
Ja, es ist immer toll Sachen per Post geschickt zu bekommen. Vor zwei Jahren habe ich einen Karton voll mit Fotos, Zeitungsausschnitten, Postern usw. erhalten. So etwas macht den Tag zu einem guten Tag. Ich bekomme eine Menge Artwork, CD's, Bücher und das sind zum Teil richtig gute Sachen. Aber das absurdeste war das Foto von einem nackten Typen, das zusammen mit einem Brief bei mir eintraf.
5. Du arbeitest als Freelancer, richtig? Planst Du für die Zukunft eine eigene Agentur, mit Mitarbeitern, Büros und ähnlichem? Oder wirst Du für immer und ewig ein Einzelkämpfer bleiben?
Ja, z.Zt. arbeite ich als Freelancer. Ich bereue nichts, außer das ich alleine arbeite. Es ist SEHR langweilig. Auf der anderen Seite möchte ich aber keine Agentur starten... man muss sich einfach um zu viele Dinge kümmern. Ich mag es, wenn ich meinen eigenen Zeitplan machen kann und Zeit habe an meinen persönlichen Dingen zu arbeiten... Aber es wäre auch nett einen Platz mit ein paar anderen Leuten zu teilen, die genau das gleiche machen... Das war eigentlich mein Plan für 2005, aber es hat nicht geklappt.
6. Woher kommt der Großteil Deiner kommerziellen Aufträge? Aus Brasilien? Südamerika? USA? Asien? Europa?
Wenn du die Aufträge für (Werbe)schriftarten meinst - kann ich gar nicht genau sagen, da "Myfonts" sich darum kümmert. Aber die meisten Website-Besucher und Klienten kommen aus den USA.
7. Wie schon gesagt - man kennt Dich vor allem aufgrund der zahlreichen Freefonts, die Du ins Netz gestellt hast und aufgrund Deines Artworks. Machst Du eigentlich auch Webdesign? Also das Design für Webseiten?
Ich habe schon ein paar Websites gemacht. Es ist aber nicht das was mir am meisten Spaß macht. Besonders weil ich dabei mit einem Programmierer (html, asp, etc...) arbeiten muss. Außerdem ist Webdesign sehr zeitaufwändig, weil man sich ständig um irgendwas kümmern muss, ändern, updaten... Und ich mag es nicht an einem Projekt über einen längeren Zeitraum zu arbeiten. Also arbeite ich hauptsächlich mit Illustrationen und Drucken.
8. Gibt es schon konkrete Projekte für das Jahr 2006? Auf welchen Konferenzen werden wir Dich sehen?
Soweit sehen die Pläne so aus ein paar Sachen misprintedtype, T-Shirts, Poster und ein paar limited-Editions zu machen. Ich bin kein großer Fan von Konferenzen und Reden halten etc.
9. Was ist für Dich typisch brasilianisch? Wir in Europa haben ja etliche Klischees für Deine Heimat: bildschöne Frauen, grandiose Fußballer, endlos lange und überfüllte Strände, Großstädte voll Kriminalität... Korrigier doch mal ein wenig unser Bild!
Alles was du gesagt hast ist wahr. Natürlich sind nicht alle Städte voll von Kriminalität, aber Gewalt ist schon präsent... Wir haben ein paar paradiesische Plätze, Strände, Wasserfälle, Berge und das Wetter ist fantastisch! Auf der anderen Seite haben wir große Armut und eine sehr korrupte Politik, die das Land zu dem machen wie ist.
10. Gibt es Grafik-Designer und/oder Künstler, die Du bewunderst? Die Vorbilder oder Inspirationsquellen für Dich sind?
Das ist immer eine schwierige Frage... Ein paar Leute die ich bewundere, sind Fred Otnes, Cy Twonbly, NeasdenControlCentre und eine ganze Reihe mehr von zeitgenössischen Künstlern.
Hier noch ein paar Standardfragen, die wir jedem Interviewten stellen und die einfach sein müssen:
a) Du wurdest wann und wo geboren?
Belo Horizonte/Brasilien - August 1980
b) Hast Du irgendwas studiert oder eine andere Ausbildung genossen?
Ich bin zu einer Designerschule hier in Brasilien gegangen, aber glaub mir, ich bin trotzdem Autodidakt.
c) Welche Webseiten besuchst Du regelmäßig und warum?
Fecalface, Surfstation und Brasilinspired, um zu sehen, was in der Kunst-/Designwelt so abgeht.
d) Was sind Deine Lieblingsseiten? Welche sind Deiner Meinung nach extrem gelungen?
Fecalface, Youworkforthem, etc… Ich mag Webseiten die von Starvingeyes.com designd sind.
e) Wohin willst Du unbedingt mal reisen?
Nach Thailand und Kuba.
f) Wen würdest Du selbst gern mal interviewen?
g) Von wem würdest Du Dir Artwork ins Wohnzimmer hängen?
Von so vielen Leuten. Meine Top 5 sind: Clayton Brothers, KGBE Rotgut, Chris Lindig, Camille Rose Garcia and Wayne Bertola.
h) Stehst Du auf Designer-Action-Toys? Und wenn ja - von wem steht was auf Deinem Schreibtisch?
Daran bin ich nicht sonderlich interessiert...
i) Deine Lieblingsband/Sänger/Sängerin? (drei bis zehn Stück)
Tool, Placebo, Digitaria, Radiohead, New Order, Foo Fighters, Bad Religion, Lagwagon, Millencolin und ich höre mir immer noch Nirvana an.
>>Interview by Matias Roskos from VisualOrgasm in july 2005 per Email<<
1. A lot of people know you because you are an excellent font(?)-designer who is always creating new unusual typefaces far away from the mainstream. On the other hand, others know you because of your digital artworks. What do you see yourself as? Fontdesigner, digital artist, or "just" an artist?
I´ve never been good with labels. And sometimes the terms "artist" and "designer" kindda bothers me. Especially because everyone can call himself a designer or artist these days, and it became somewhat trendy. I do a little bit of everything…
2. In spring 2005 you had artworks of yours in several exhibitions in the U.S. Tell us more about it. How did it start? Where were you with your artworks? What exactly did you show? Prints? How well did you sell? Did you get more orders because of that?
I started receiving some invitations from curators to have my work on a few exhibitions. I never dedicated full time to produce artworks… I love to work on it, but sometimes time is just not on your side, because I still work on several commercial projects, which is my main source of living. So sometimes I have to take some time off from commercial projects and work full time on artworks for the shows. I produce mostly mixed-media drawings on panels. (acrylics + pencil). The artworks are usually sold on the opening night, so theres a great response from it. I also sell most of my work (drawings) online, straight from the website.
3. Being from Brazil - is it hard or rather easy to draw attention in the world wide design scene? Do people see you as exotic or do they not care where you come from?
I guess that doesn't really matter. The strange thing is that most of my clients, site visitors and emails does not come from Brazil.
4. In an interview with you I read that you like it best to get real mail. It said you already had the weirdest things in your mailbox. Tell us!
Yes, Its always a pleasure to receive stuff in the mail! 2 years ago I received a box full of ephemera, vintage papers, photos, magazine cuts, posters… It just makes my day! I also receive a bunch of artworks, cds, books, and theres some really fantastic stuff! But the weirdest thing was receiving a naked Polaroid photo from a guy, which came with a letter!
5. You work as a freelancer, don't you? Are you planning on founding your own agency with colleagues, offices, and so on? Or are you gonna be a lonely fighter for ever and ever?
Yes, Im currently working as a freelancer. I have no regrets other than working alone. Its VERY boring. But on the other hand, I don't want to start an agency… its just too much stuff to take care. I like to make my own schedule, have time to work on my personal stuff… But it would be a nice thing to have a place to share with a few people doing the same thing… It was the plan I had for 2005, but it didn't work out.
6. Where do most of your orders come from? Brazil? South-America? U.S.A.? Asia? Europe?
If you mean orders from the commercial typefaces, I cant tell you for sure, since "myfonts" is the one in charge of that. But most of the site visitors and clients are from the USA.
7. Like I said before - people know you mostly because of your freefonts that you have on the web and because of your artworks. Are you also doing web-design? I mean the design for websites.
I´ve done a few websites. Its not what I enjoy doing the most. Especially because I have to work with a programmer (html, asp, etc…). And webdesign is also very time consuming, because theres always things to take care, change, update… And I don't enjoy working on the same project for a long period of time. So, I´ve been working mostly with illustration and print.
8. Are there concrete plans for the year 2006 yet? What conferences are we gonna see you at?
The plans so far are to produce some stuff for misprintedtype, tshirts, posters and a few limited-editions. Im not much into going to conferences and giving speeches, etc…
9. What do you think is really typical for Brazil? We in Europe have several clichés for your home country: super beautiful women, grand soccer players, endless long and crowded beaches, big cities full with crime... Go ahead and correct the picture we have!
All you said is true. Of course not all cities are full of crime, but violence is around… We have some paradisiacal places, beaches, waterfalls, mountains and the weather is fantastic! On the other hand we have poverty and very corrupt politics that makes this country be what it is.
10. Are there graphics-designer and/or artists you admire? Who set an example for you or who are inspirational for you?
This is always a trick question… A few people that I admire are Fred Otnes, Cy Twonbly, NeasdenControlCentre and a whole bunch of Contemporary artists.
Additionally, here's a few standard questions that we ask every interviewee - there's no avoiding these…:
a) When and where were you born?
Belo Horizonte/Brazil - August 1980
b) Did you undergo any formal training or education, or are you essentially self-taught?
I went to a design school here in Brazil, but believe me, I'm still self taught.
c) Which websites do you visit regularly, and why?
Fecalface, Surfstation and Brasilinspired , to see whats going on on the art/design world.
d) What are your favorite pages? According to you, which pages are really well done?
Fecalface, Youworkforthem, etc… I like websites designed by Starvingeyes.com.
e) Where would you love to go travelling one day?
Thailand and Cuba.
f) Who would you yourself love to do an interview with?
g) Whose artwork would you hang into your living-room?
So many people. Top 5 are: Clayton Brothers, KGBE Rotgut, Chris Lindig, Camille Rose Garcia and Wayne Bertola.
h) Do you like Designer-Action-Toys? If so, whose is standing on your desk?
Not much into that…
i) Your favorite band / singer? (between 3 and 10)
Tool, Placebo, Digitaria, Radiohead, New Order, Foo Fighters, Bad Religion, Lagwagon, Millencolin and I still listen to Nirvana.

Interview mit Pascal Leroy (Belgien)

Das Interview führte Matias Roskos von VisualOrgasm im Juli 2005 per Email. Vielen Dank an Matthias Schütze für den Support beim Überseten.
Group94
1. Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum großartigen Erfolg von Group94 in den vergangenen zwei Jahren! Kaum eine Agentur in Europa wurde so oft erwähnt, wenn es um die besten Webprojekte ging.
Ihr überzeugt immer wieder durch ungewöhnliche Flash-Seiten, bei denen Ihr immer wieder neue Navigations-Ideen gekonnt umsetzt. Ist Flash Eure größte Stärke?
Danke schön. Ja, es ist wahr, dass Group94 eine Menge Aufmerksamkeit durch die Design-Community erhalten hat und ich müsste lügen, würde ich behaupten, das uns das kalt lässt. Wir investieren viel Aufmerksamkeit in jedes kleine Detail unserer Projekte und es fühlt sich großartig an, das andere Designer diese Bemühungen zu würdigen wissen. Das zeigt mir, dass unsere Visionen und unsere Entscheidungen richtig waren.
Das ultimative Ziel in jedem Projekt ist es für uns das bestmögliche Medium als Schaufenster für das Produkt unseres Kunden bzw. die Vermittlung seiner Message zu finden. In der konzeptionellen Phase versuchen wir so offen wie möglich zu sein und so kann es durchaus passieren, dass das Ergebnis eine ganz unkonventionelle Seite ist oder aber eine ungewöhnliche Navigation entsteht, wenn wir der festen Überzeugung sind, dass dieses die beste Lösung ist. Aber eine innovative Navigation ist nie das Ziel an sich!
In dieser Hinsicht ist Flash eine Software, die es uns erlaubt zu realisieren was immer uns in den Sinn kommt. Und: ja, wir haben mit der Zeit gelernt was Flash alles kann (oder auch nicht).
2. Wie viele Leute gehören zu Group94? Wie viele davon sind Flasher?
Wir sind bei Group94 sechs Leute, ein Projektmanager und fünf Leute im Studio, davon vier die täglich mit Flash arbeiten. Im Normalfall ist jeder von uns in alle Projekte integriert und die Aufgaben sind nicht streng abgegrenzt. Ich pflege zu sagen: bei Group94 machen Programmierer das Design und Designer programmieren. War ein Witz! Aber grundsätzlich ist jedes Projekt das Ergebnis unserer Teamarbeit.
3. Woher kommt der Name Group94?
Das ist ein wohlbehütetes Geheimnis und nur ganz wenige wissen woher der Name kommt. Wenn mich Leute danach fragen, erkläre ich ihnen immer, dass sie enttäuscht wären, wenn sie es wüssten, weil der Ursprung des Namens so banal ist. Ich erinner mich noch gut an die Enttäuschung auf den Gesichtern der wenigen, denen ich es erzählt habe. Also - lassen wir es ein Mysterium bleiben!
4. Group94 ist eine Agentur in Belgien. Seht Ihr Euch mehr als belgische Agentur oder schon eher als europäischer Dienstleister?
Einer der sicherlich interessantesten Aspekte im Internet zu arbeiten ist sicherlich die Tatsache, dass die ganze Welt nur einen Mausklick entfernt ist.
Wir sind vertraglich verbunden mit Kunden überall auf der Welt. Natürlich ist ein Meeting mit einem Kunden, sagen wir aus Brüssel, einfacher. Aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Kontakt per Email und Telefon für alle Beteiligten genauso zufrieden stellend sein kann. Und die Ergebnisse solch interessanter Projekte wie www.bale.com.au (es liegt auf der Hand, das wir nicht zu einem Meeting nach Australien rüber geflogen sind) oder das Präsentations-System für RMJM Asien, das wir gemacht haben (hier trifft das Gleiche zu, denn sie sitzen in Hongkong) zeigen das deutlich.
Ich habe auch nie den Fotografen Douglas Fisher (www.douglasfisher.co.uk) getroffen. Auch nicht Sean Kennedy Santos (www.sksantos.com). Ihn traf ich erst, als das Projekt fertig gestellt war.
Auf der anderen Seite erfordern sehr komplexe Projekte durchaus auch Treffen, bei denen die Betreffenden physikalisch anwesend sind. Zurzeit arbeiten wir an der Überarbeitung der Seite von Magnum Photos (www.magnumphotos.com). Größe und Komplexität dieses Projektes erfordern definitiv Meetings, bei denen wir zusammen an einem Tisch sitzen.
Aber ich würde es auch nicht als Strafe ansehen für ein Meeting nach New York fliegen zu müssen!
5. Wohin geht der Trend Deiner Meinung nach hin im Jahr 2006? Wird es immer mehr Flash-Seiten im Netz geben? Wird es bald auch verstärkt Flash für Handy-Applikationen geben?
Ja, das denke ich auch. Das Internet wird immer wichtiger im Alltag jedes Einzelnen. Jeder Geschäftsmann hat begriffen, dass die Präsenz im Internet wichtiger ist als alle anderen Kommunikationskanäle. Und dieser Bereich muss professionell umgesetzt werden. Es gibt ausreichend zu tun für uns alle und das ist gut so.
6. Arbeitet Ihr auch für Handy-Content-Anbieter?
Wir arbeiten für einen der größten Internet-Provider hier im Lande. Und dieser wiederum ist Teil des größten Mobilfunkanbieters Belgiens. Auf eine gewisse Art tun wir es also tatsächlich schon.
Aber wir programmieren bisher keine Inhalte für PDA's oder Handys. Und um ehrlich zu sein, wir sind nicht sonderlich interessiert das zukünftig zu tun. Ich bevorzuge es Designs zu entwerfen, die für einen 17 Zoll-Monitor gedacht sind.
7. Erzähl was über Deine Ziele und Hoffnungen für 2006 und Group94.
Es wäre toll, wenn alles so bleiben könnte wie es ist. Wir sind ein kleines Team von engagierten Leuten. Das erlaubt uns sehr fokussiert für die Art von Projekten zu arbeiten, für die wir bekannt sind.
Wir haben mehr Angebote wie wir annehmen können. Von daher würde es schon Sinn machen zu expandieren. Aber meine Angst ist es, das in einer größeren Struktur die Qualität unserer Arbeit leiden würde. Und das will ich auf gar keinen Fall.
8. Wie und wo entspannst Du am besten, wenn Du mal nicht arbeitest?
Was bedeutet das: "nicht arbeiten"?
9. Gibt es eigentlich eine Familie? Frau und Kinder? Oder ist Group94 Deine Familie?
Die Antworten lauten: Ja. Ja. Nein.
10. Warum gibt es in Belgien eigentlich so verdammt leckeres Bier?
Mann, echt keine Ahnung. Aber ich hoffe, dass ich es eines Tages rausfinde, und aus dem Grund trinke ich es literweise. Ich werde nicht aufgeben, und ich halte Dich auf dem Laufenden, wenn Du willst. ;)
11. Wann bist Du mal in Berlin, damit wir zusammen einen leckeren Cocktail trinken können? Sehen wir Dich vielleicht zur Fußball-WM in Berlin? Auch wenn Belgien es mal wieder nicht schafft.
Mach keinen Fehler, Junge! Belgien schafft das noch. Und dann ist es Fakt, dass wir Deutschland im Viertelfinale raushauen. Klar werde ich da sein. Und Du wirst mich unbedingt treffen wollen, weil mein Kofferraum dann voll sein wird mit feinstem belgischen Bier!
>>Interview by Matias Roskos from VisualOrgasm in july 2005 per Email<<
1. Congratulations, first of all, to Group94's massive success in the past two years! There's hardly another agency in Europe whose name gets mentioned as frequently as Group94's, when talking about the best web projects. One of your trademarks are unusal Flash pages that feature innovative navigation concepts. Would you consider Flash one of your strengths?
Well thank you. It is true that g94 gets a lot of attention from the design community and I would lie if I said that we don't care. We pay a lot of attention to every detail in our projects and it feels good that fellow designers seem to appreciate our efforts. To me it proves that our vision and the choices we made are right.
The ultimate goal for every project is to create the best possible vehicle to showcase a client's particular products or communicate his particular message. In the conceptual process we try to remain as open minded as possible and it happens that this results in an unconventional site concept or an unusual navigation system if we think that this is the best solution. But having an innovative navigation is never a goal in itself.
In that regard Flash is a program that allows us to realize pretty much whatever comes to our mind. And yes, we've gained some expertise in what Flash can (and cannot) do during the years ;)
2. How many people belong to Group94? How many Flash designers?
At present group94 are 6 people, that is 1 project manager and 5 people in the studio, 4 of them using Flash on a daily basis. Everybody is usually involved with all projects and the tasks are not strictly defined: I use to say that programmers at g94 do the designs and the designers do the programming. Of course this is joking but basically all projects are the result of teamwork.
3. Where does the name Group94 come from?
That is a well kept secret and very few know what the name comes from. When people ask me I always answer that they would be disappointed if they knew because the origin of the name is very trivial. I remember seeing disappointment on the faces of those very few I told it to. So let's keep it mysterious...
4. Group94 is an agency in Belgium. Do you consider yourselves a Belgian agency, or rather a European one?
One of the most exciting aspects of working in the Internet business is that the whole world is just one click away. We are contracted for projects by clients from all over the planet. Obviously it's easier to set up a meeting with a client from say Brussels, but we experienced that doing business via email and phone can be very satisfying for all parties and result in very interesting projects as well, like www.bale.com.au (obviously we didn't have a meeting in Australia) or the presentation system we made for RMJM Asia (same here as they are located in Hong Kong). I did meet the photographers www.douglasfisher.co.uk and also www.sksantos.com but only after their project was finished. On the other hand very complex sites do require physical meetings: we're currently in the process of redesigning the website for www.magnumphotos.com and the size and complexity of that project definitely requires physical meetings. Note that I don't consider going to New York for a meeting as a punishment ;)
5. Where will 2006 take web design? More Flash pages? Will we increasingly see Flash applications for mobile telephones?
Yes I guess so. The internet is getting more and more important in every day's life. Whoever does business realizes that his internet presence is as important as his other communication and thus it should be professional. There is still a lot of work to be done which is good for all of us.
6. Do you work for mobile telephone content providers?
We work for one of the largest Internet providers over here and that company is part of the biggest mobile phone company in Belgium. So in a way we do. But we didn't make any content for pda's or cell phones yet. And to be honest I'm not really interested in doing so. I prefer making designs that are optimized for 17 inch screens...
7. Tell us about your goals and ambitions for 2006, and about how you want to continue developing Group94.
It would be great if we could keep it as it is: we are a small team of very dedicated people and that allows us to work very focused and to produce the tight projects we're known for. We get contacted for more work than we can accept, so in that regard it might be tempting to expand the company, but my fear is that becoming a bigger structure might compromise the quality of our work. Which is definitely not an option.
8. How do you relax best - when you are not working, that is...?
What is 'not working'? Please clarify...
9. Do you have a family? Wife and children? Or is Group94 your family?
Yes. Yes. No.
10. How come the Belgian beer is so damn tasty?
Man I don't know. I'm really hoping to find out one day and thus I'm drinking loads of it but no result yet. But I won't give up and I'll keep you updated if you wish ;)
11. When will you be in Berlin, so we can have a nice cocktail together? Could we hope to see you for the Football World Championship? (Even if Belgium doesn't make it?)
Make no mistake my friend: Belgium will make it and in fact we'll beat Germany in the quarter final. Of course I'll be there and damn right you will want to meet with me because the trunk of my car will contain impressive amounts of the finest Belgian beers!

Interview mit Thomas Brodahl (Luxemburg, USA)

Das Interview führte Matias Roskos von VisualOrgasm im Juli 2005 per Email. Vielen Dank an Matthias Schütze für den Support beim Überseten.
1. Thomas, Du wurdest in Norwegen geboren, bist mit 10 Jahren nach Luxemburg gezogen, hast in London gelebt und gearbeitet und nennst nun L.A. Dein Zuhause. Hab ich eine Station vergessen?
Ich hab auch noch 18 Monate in Charlottesville, VA, gelebt, als ich dort studiert habe.
2. Was würdest Du als Deine Heimat bezeichnen? Gibt es das überhaupt für Dich?
Das ist eine interessante Frage. Ich denke, Luxemburg ist mein Zuhause, weil ich dort die Jahre verbracht habe, die mich geformt haben. Aber nach sechs Wochen Urlaub habe ich Heimweh nach Venice, Kalifornien. Ich schätze, mein Zuhause wechselt gerade.
3. Du hast einen ganz speziellen Design-Stil mit geprägt. Wie würdest Du ihn selbst bezeichnen? 80's-Retro-Style? Trash-Style? Oder wie sonst?
Ich habe keinen Namen dafür. Und ich glaube auch nicht, dass ich es mir auf die Fahnen heften kann einen speziellen Stil kreiert zu haben. Als ich mit Surfstation anfing, haben mich eine Menge Designer beeinflusst und mein Stil wurde geprägt durch die Einflüsse etlicher von ihnen. Miika Saksi, James Wiedegren, German Olaya, Yohan Gingras haben mich enorm inspiriert, genauso wie Ryan Holsten und Christian Zander... Diese Liste könnte ich immer weiter führen.
4. Woher kommen die Einflüsse, die Deinen Stil so unverkennbar machen?
Zu der damaligen Zeit war ich fasziniert davon einen Haufen Sachen auf den Screen zu packen (etwas was nicht alt oder abgenutzt ist) und es so umzugestalten, das es aussieht als wäre es schon benutzt worden, dreckig und zerfallen. Ich wollte, dass alles aussieht wie ein wirklich alter PLAYBOY den Du im Keller gefunden hast. Retro und sexy und voll zerfetzt.
5. Die Agentur, die Du mit Jessey White-Cinis 2005 gegründet hast, habt Ihr "Stolen" genannt. Auch Dein Shirt-Shop "Stolen Shirts" enthält das Wort stolen. Warum? Was habt Ihr geklaut?
Angefangen hat das mit Stolenshirts.com. Es hörte sich einfach gut an, irgendwie nach Gosse. Da gab es diesen verrückten Plan Teile aus den Shirts zu schneiden, so dass es aussieht, als wenn das Sicherheitsetikett herausgeschnitten wäre. So als wären sie aus einem Laden geklaut. Aber das wurde nie verwirklicht. Dann, ein paar Jahre später, suchten Jessey und ich einen Namen für unsere Agentur. Wir hatten eine Menge von Vorschlägen, aber keiner fühlte sich richtig gut an. Am Ende sagten wir uns "fuck it" - lass es uns einfach "Stolen Inc." nennen. Nun haben wir beide Stolen-Kreditkarten. Das ist eine feine Sache, wenn wir an der Bar unsere Rechnung bezahlen wollen. Barkeeper: "Welche Karte, Sir?" Ich: "Die Gestohlene."
6. Wie schaut der normale Tage von Dir aus? Wann stehst Du auf? Was gibt's zum Frühstück? Fährst Du zur Arbeit oder arbeitest Du zuhause? Was gibt's zum Mittag? Wann ist Feierabend? Und was machst Du abends? Erzähl mal ein bissel was
Jessey und ich haben eine Dreizimmerwohnung in Venice, Kalifornien. Das dritte Zimmer ist unser Büro.
Normalerweise stehe ich gegen 8.30 Uhr auf, dusche, frühstücke, dann gehe ich in unser Büro. Zum Mittag kochen wir uns was Zuhause oder fahren mit dem Bike zum nächsten Mexikaner. Dann geht's wieder zurück an die Arbeit. So bis 18 oder 19 Uhr. Danach gehe ich meist noch für eine Stunde ins Gym oder spiele Basketball und dann ab zum Abendbrot. Zuhause oder im Restaurant. Sushi oder mexikanische stehen regelmäßig auf meinem Speiseplan.
7. Für viele bist Du so was wie ein Design-Guru. Musst Du bei Konferenzen oder ähnlichem eigentlich Autogramme schreiben?
Ich glaube das so etwas nur beim ersten Mal noch Spaß macht.
8. Und wie empfindest Du diesen Ruhm? Ist Dir das eher peinlich, schmunzelst Du drüber, bist Du stolz darauf oder geht Dir das ziemlich nah am A… vorbei?
Ich denke, es ist interessant, peinlich und zugleich irgendwie cool und macht einen schon ein bisschen stolz. Es ist eigenartig so viel Anerkennung zu bekommen nur weil man seinen Job macht. Ich glaube, ich hatte einfach verdammt viel Glück etwas zu finden, das ich liebe und in dem ich gut bin.
9. Surfstation gehört zu den Pionieren der Online-Portale. Wird es irgendwann einen Relaunch geben? Oder läuft die Seite die nächsten Jahre einfach so weiter?
Im nächsten Jahr (2006) wird sich auf Surfstation etwas gewaltig verändern. Stolen läuft prima. Nun hat Surfstation oberste Priorität.
10. Was für ein Portal fehlt Deiner Meinung nach noch? Was vermisst Du im Netz? Oder gibt es schon alles?
Warts ab und schau, was Surfstation bringen wird. Das ist das, was noch fehlt.
11. Was ist für 2006 an Projekten in Planung? Was können wir von Thomas Brodahl bzw. Stolen erwarten?
Der Plan ist "Stolen Inc." erfolgreich weiter zu führen und ein revolutionäres, neues Surfstation an den Start zu bringen. Und dann hab ich hoffentlich noch meine erste Kunstausstellung. Und es soll eine neue Kollektion an Shirts geben, aber das hängt davon ab, wie viel Zeit wir haben und ob das Geld dafür reicht.
12. Wirst Du bei Konferenzen auftreten? Wenn ja, bei welchen?
Ich weiß noch nicht. Es ist noch nichts geplant. 2004 war ich auf der FITC und SXSW. Vielleicht besuche ich diese wieder, weil das eine angenehme Sache war.
13. Was machst Du am liebsten in Deiner Freizeit?
Basketball spielen, mit Freunden abhängen, Kunst.
14. Welches ist Dein Lieblingsdrink?
Mojito, Bier, Pastis, Bloody Mary... Hängt von der Tageszeit ab zu der Du mich fragst!
15. Wann können wir Dich in Berlin zu einem Drink einladen?!
Jederzeit. Berlin ist eine der Städte die ganz oben auf meiner Liste steht von Orten an denen ich noch nicht wahr, die ich aber unbedingt sehen muss.
Hier noch ein paar Standardfragen, die wir jedem Interviewten stellen und die einfach sein müssen:
a) Du wurdest wann und wo geboren?
In Bergen, Norwegen am 19. Oktober 1977.
b) Hast Du irgendwas studiert oder eine andere Ausbildung genossen?
Nein, ich habe keinerlei Designausbildung. Alles begann damit, dass mir mein Dad einen Mac kaufte. Später kam dann ein Scanner dazu. Und dazu gehörte Photoshop 2. So begann alles für mich.
c) Welche Webseiten besuchst Du regelmäßig und warum?
CNN.com, GNN.tv, CNNSI.com, news.BBC.co.uk
Weil diese Seiten mich auf dem Laufenden halten was News und Sport angeht. Klar besuche ich auch Kaliber1000 und all die anderen Portale. Aber zur Zeit interessieren mich mehr News und politische Infos als wer gerade eine neue Portfolio-Seite am Start hat.
d) Was sind Deine Lieblingsseiten? Welche sind Deiner Meinung nach extrem gelungen?
news.bbc.co.uk und iht.com sind einfach großartige Seiten.
Wenn es um Design geht, ist für meinen GeschmackAsterikstudio einfach unschlagbar.
Und Miika Saksi wird für mich immer ein Hero bleiben, weil er mich wie kein Zweiter inspiriert hat.
e) Wohin willst Du unbedingt mal reisen?
Überall hin. Es gibt so viele Orte wo ich einfach mal hin muss. Süd-Amerika und Japan stehen ganz oben auf meiner Liste.
f) Wen würdest Du selbst gern mal interviewen?
Axl Rose. Um herauszufinden, was um Himmels Willen mit ihm los ist und warum er die größte Rockband der Geschichte gekilled hat.
g) Von wem würdest Du Dir Artwork ins Wohnzimmer hängen?
Jeff Soto, Cody Hudson, Ferris Plock, Matthew Curry, und ne million andere.
h) Stehst Du auf Designer-Action-Toys? Und wenn ja - von wem steht was auf Deinem Schreibtisch? Deine eigenen?!
Nein, ist nicht mein Ding.
i) Deine Lieblingsband/Sänger/Sängerin? (drei bis zehn Stück)
Guns N'Roses
Counting Crows
Leonard Cohen
Kings of Leon
>>Interview by Matias Roskos from VisualOrgasm in july 2005 per Email<<
1. Thomas, you were born in Norway, you moved to Luxembourg at the age of 10, spent a chunk of your life in London, and today you live in L.A. Did I miss a stop?
I also lived in Charlottesville, VA for 18 months while going to University.
2. What do you consider your home? Do you have a home?
Its an interesting question. I think Luxembourg would be my home, because i spent my formative years there, but after being on vacation for 6 weeks, i have to say that i feel homesick for Venice, CA. I guess my "home" might be changing.
3. You have been very influential, by creating a very particular design style. How would you yourself label it? 80ies Retro? Trash Style? Do you have a name for it?
I don't have a name for it, and i don't think i would take credit for creating a particular style. When i started Surfstation i was influenced by a lot of designers, and i think my style came together from a little of all of them. Miika Saksi, James Wiedegren, German Olaya, and Yohan Gingras were huge influences, as was Ryan Holsten and Christian Zander... the list goes on.
4. Where do you find the inspiration for your unmistakable style?
Back in those days i was fascinated with making things on the screen (a computer environment where nothing gets old or worn out) and make it look like it was used and dirty and falling apart. I wanted everything to look like a really old PLAYBOY that you could find in the basement. Retro and sexy and torn to shreds.
5. You founded the agency "Stolen" with Jessey White-Cinis in 2005. Your T-Shirt Shop also has the word in its name, "Stolen Shirts". What's all that about? Where do you steal from?
It started with StolenShirts. It just sounded good, and kinda street. There was a whole crazy plan to have pieces cut out of the shirts to that they looked like the "alarms" we cut out of them... like they were stolen from a store. But that never materialized. Then a couple years later Jessey and i were trying to figure out what to call our company. We went through a lot of names, but none of them felt right. In the end we said "fuck it" lets just start STOLEN INC. Now we both have Stolen credit-cards, which is fun when picking up the tab from a bar. BARTENDER: "Which card sir?" ME: "The stolen one."
6. What does a regular day in your life look like? When do you get up? What do you have for breakfast? Do you drive to work, or do you work from home? What do you have for lunch? At what time do you usually call it a day? How do you spend your evenings? Tell us a bit about your life.
Jessey and I have a 3 bedroom house in Venice. The third bedroom is the office. I normally wake up around 8:30, shower, eat some breakfast, then walk to the office. For lunch we normally cook at home or bike to the nearest Mexican food-truck. Then back to work until 6 or 7. Then i normally hit the gym for an hour or go play basketball, then go out for some food or cook at home. Sushi and Mexican are a very frequent occurrence in my diet.
7. Many consider you a kind of "Design Guru". When you attend conferences, do you have to sign lots of autographs for people?
I think that has only happened once.
8. How do you feel about this type of fame? Do you feel embarrassed? Do you find it amusing? Are you proud? Or don't you give a f…?
I think its interesting, embarassing and at the same time its kinda cool and makes me a little proud. Its strange to get recognized for doing our job. I guess i am just very fortunate to find something that i love to do, and that i am pretty good at.
9. Surfstation is a pioneer among the Online Portals. Can we expect a relaunch any time soon? Or will you keep the site as it is for the coming years?
You can expect a complete change in the next year. Now that Stolen is up and running, Surfstation is the main priority.
10. What type of portal is still missing on the web? Anything that you would like to see online? Or has everything been invented already?
Just wait and see what the new Surfstation is. Thats what has been missing.
11. What kinds of projects are you planning for 2006? What can we expect from Thomas Brodahl or Stolen?
Plan is to make Stolen successfull and to come out with a revolutionary new Surfstation. Hopefully i will do my first Art exhibition, and also come out with a new line of shirts, but it all depends how much time and $ we have.
12. Will we be able to see you at conferences? If so, at which?
I don't know. I have nothing planned. Last year i was at FITC and SXSW, and i might do those again next year, because they were very enjoyable.
13. How do you spend your leasure time?
Basketball, friends, art.
14. Do you have a favorite drink?
Mojito, Beer, Pastis, Bloody Mary... it all depends what time of day you ask me.
15. And when can we invite you to one of those, here in Berlin?!
Anytime. Berlin is one of those places that is very very high on my list of places that i still haven't been to, but need to go to very soon.
Additionally, here's a few standard questions that we ask every interviewee - there's no avoiding these…:
a) When and where were you born?
Bergen, Norway 19th Oct 1977.
b) Did you undergo any formal training or education, or are you essentially self-taught?
I have absolutely no design training. Everything comes from my dad buying a mac. He later bought a scanner and it came with Photoshop 2. Thats kinda how it all started.
c) Which websites do you visit regularly, and why?
CNN.com, GNN.tv, CNNSI.com, news.BBC.co.uk
Because they keep me up to date on news and sports. I used to religiously look at k10k and all the other portals, but recently i am more interested in news/politics than who has a new portfolio site.
d) What are your favorite pages? According to you, which pages are really well done?
news.bbc.co.uk and iht.com are amazing sites.
for design, i think that Asterikstudio is amazing.
I think that Miika Saksi will always be a hero to me, he more than anyone never ceases to inspire me.
e) Where would you love to go travelling one day?
Everywhere. there are so many places that i need to go to. South America and Japan are top of the list.
f) Who would you yourself love to do an interview with?
Axl Rose. To figure out what the fuck happened to him, and why he killed the greatest rock band ever.
g) Whose artwork would you hang into your living-room?
Jeff Soto, Cody Hudson, Ferris Plock, Matthew Curry, and a million others.
h) Do you like Designer-Action-Toys? If so, whose is standing on your desk?
I'm not one of those guys. I think they are nice, and some are very interesting from a character design point of view, but it just doesn't really do it for me.
i) Your favorite band / singer? (between 3 and 10)
Guns N'Roses
Counting Crows
Leonard Cohen
Kings of Leon

Interview mit Oleg Pashenko (Russland)

Das Interview führte Matias Roskos von VisualOrgasm im Juli 2005 per Email. Vielen Dank an Matthias Schütze für den Support beim Überseten.
1. Du bist bekannt geworden mit Deiner Webseite "Conclave Obscurum". Erzähl uns etwas zur Entstehungsgeschichte dieser wunderbaren Seite. Welche Idee steckt dahinter? Ich bin übrigens ein großer Fan dieser Art von Seiten.
Es ist einfach nur ein privater Raum. Oder vielleicht sollte ich es besser beschreiben als ein Experiment mir die für mich ideale Webseite zu bauen. Sie soll keine reine Spielwiese sein, sondern ein Teil des Künstlers Oleg Pashenko.
2. Als was würdest Du Dich selbst bezeichnen? Als Digital Artist? Als Illustrator? Webdesigner?
Hm, in diesem speziellen Fall würde ich sagen: Digital Artist.
3. Du lebst und arbeitest in Russland? Ist das richtig?
Stimmt.
4. Arbeitest Du als Freelancer oder irgendwo in einer Agentur?
Ich arbeite bei Art Lebedev in Moskau als Art-Director und Screen-Designer.
5. Gibt es neben "Conclave Obscurum" noch eine andere Webseite von Dir? Vielleicht sogar eine Art Portfolio mit Deinen Arbeiten.
Ihr könnt mehr von mir auf meinem Art-Lebedev-Portfolio sehen.
6. Wie entstehen Deine Illustrationen? Ich nehme an, Du malst Sie mit Leinwand und Farbe? Oder nutzt Du einzig und allein den Computer?
Oh, ich habe kein prinzipielles Vorgehen bei der Arbeit; eigentlich benutze ich immer die Technik, die ich gerade am passendsten finde. Manchmal male ich erst und bearbeite die Ergebnisse anschließend mit dem Computer. Manchmal benutze ich nur den Computer. Und manchmal verlasse ich mich allein auf Magische Pentagramme und seltsame uralte Zaubersprüche, um meine schrägen Träume und Visionen zu materialisieren.
7. Kann man Deine Arbeiten auch in Galerien sehen? Wenn ja, wo können wir Deine Arbeiten 2006 bewundern?
Nein. Du meinst Offline-Galerien? Nein. Ich hatte ein paar lokale Ausstellungen hier in Moskau, aber zum jetzigen Zeitpunkt gibt's da nichts weiter.
8. Was ist ansonsten von Oleg Paschenko für 2006 zu erwarten?
Oh, das weiß ich wirklich noch nicht. Ich werde versuchen, Conclave Obscurum noch besser zu machen.
9. Bist Du Fußball-Fan? Kommst Du vielleicht sogar zur Fußball-WM nach Berlin, so dass wir Dich zu einem guten Cocktail einladen können?
Sorry...
Hier noch ein paar Standardfragen, die wir jedem Interviewten stellen und die einfach sein müssen:
a) Du wurdest wann und wo geboren?
Am 14. Dezember 1971 im Moskau, Russland.
b) Hast Du irgendwas studiert oder eine andere Ausbildung genossen?
Nein, ich habe keine spezielle Ausbildung, außer dem Besuch der staatlichen Universität Moskau - angewandte Mathematik und Kybernetik.
c) Welche Webseiten besuchst Du regelmäßig und warum?
Ich benutze einen Zufallsgenerator der für Design-Websites ist. Geschrieben wurde das Programm von meinem ActionScript-Programmierer Iv Dembicki.
d) Was sind Deine Lieblingsseiten? Welche sind Deiner Meinung nach extrem gelungen?
Meine Lieblingsseite ist Conclave Obscurum, weil ich diese Seite selber entwickelt habe, nur zu dem Zweck eine Lieblingsseite zu haben.
e) Wohin willst Du unbedingt mal reisen?
Nach Island.
f) Wen würdest Du selbst gern mal interviewen?
Meinen Schutzengel.
g) Von wem würdest Du Dir Artwork ins Wohnzimmer hängen?
Von Exabute.
h) Stehst Du auf Designer-Action-Toys? Und wenn ja - von wem steht was auf Deinem Schreibtisch?
Auf meinem Schreibtisch stehen: Nazgul (4" groß), H.R.Giger's Alien (6" groß), roter fliegender Affe, roter Onyx Elefant und der Clay Crow Clock Skull, der auf conclave.ru zu bewundern war.
i) Deine Lieblingsband/Sänger/Sängerin? (drei bis zehn Stück)
(in alphabetischer Reihenfolge:)
Andrew Liles
Coil
Colleen
Current 93
Godspeed You! Black Emperor
O Paradis
Qntal
Raison d'Etre
Satyricon
Sopor Aeternus and the Ensemble Of Shadows
>>Interview by Matias Roskos from VisualOrgasm in july 2005 per Email<<
1. You got well known with your web-site "Conclave Obscurum". Tell us something about the origin of this wonderful web-page. What idea is behind it? I am personally a big fan of those kind of web-sites.
It's nothing but private space without any origins, or perhaps it could be described as experiment in building ideal personal site, which supposed to be rather artists' body part than artists' playground.
2. What would you call yourself? Digital artist, illustrator, or web-designer?
Hmmm, in this particular case, I think I like "digital artist".
3. You live and work in Russia. Is that right?
That's right.
4. Do you work as freelancer or somewhere at an agency?
I work at Art. Lebedev Studio which hires me as an art-director and a designer.
5. Are there besides "Conclave Obscurum" more web-sites you made? Maybe even a a kind of portfolio with work of you.
You should use this link: www.artlebedev.com/portfolio to look for "Oleg Pashchenko" string occurrences in Cast panel.
6. How do you "make" your illustrations? I suppose, you use paint and a canvas. Or do you only use the computer?
Oh I really have no generalized workflow; in fact, in any particular case I use to prefer the technique which I find most suitable. Sometimes I paint and then manipulate them with computer. Sometimes I only use the computer. Sometimes I only use Magick Pentacles and Strange Ancient Spells to materialize my Weird Dreams and Visions, haha. Hahaha.
7. Can one also see your art-work in galleries? If so, where can we admire your work in 2006?
No. In offline galleries? No. I have had few local exhibitions here in Moscow, but for now, there's not.
8. What else can we expect from Oleg Paschenko in 2006?
Oh I really don't know. I will try to make C.O. better.
9. Are you a fan of football? Are you maybe coming to Berlin to the Fifa world championchips in 2006 so we can invite you to a good cocktail?
Sorry.
Additionally, here's a few standard questions that we ask every interviewee - there's no avoiding these…:
a) When and where were you born?
14 December 1971, Moscow, Russia.
b) Did you undergo any formal training or education, or are you essentially self-taught?
No I didn't undergo any special education except Moscow States University (Applied Math and Cybernetics).
c) Which websites do you visit regularly, and why?
I use Random Design Site URL Generator, written by my ActionScript Programmer Iv Dembicki.
d) What are your favorite pages? According to you, which pages are really well done?
My favorite website is Conclave Obscurum, because I've developed it in order to have my favorite website.
e) Where would you love to go travelling one day?
Iceland.
f) Who would you yourself love to do an interview with?
With my Guardian Angel.
g) Whose artwork would you hang into your living-room?
h) Do you like Designer-Action-Toys? If so, whose is standing on your desk?
The toys standing on my desk are: Nazgul (4" tall), H.R.Giger's Alien (6" tall), Red Flying Ape, Red Onyx Elephant and The Clay Crow Clock Skull which could be seen on conclave.ru.
i) Your favorite band / singer? (between 3 and 10)
(in alphabethical order:)
Andrew Liles
Coil
Colleen
Current 93
Godspeed You! Black Emperor
O Paradis
Qntal
Raison d'Etre
Satyricon
Sopor Aeternus and the Ensemble Of Shadows

Interview mit Martin Hughes (England)

Das Interview führte Matias Roskos von VisualOrgasm im Juli 2005 per Email. Vielen Dank an Matthias Schütze für den Support beim Überseten.
Wefail
1. Die meisten Leute lieben Eure verrückte Wefail-Seite. Erzähl uns was über Wefail. Seid wann gibt es die Agentur? Ist Wefail überhaupt eine Agentur oder nur eine Kollaboration mit Sofake?
Die zwei - vor einer langen langen Zeit unglaublich gelangweilten - Jungs von Wefail - das sind der unglaubliche Jordan Stone von Sofake und ich selbst. Wir haben hungout.com vor etwa zwei Jahren gemacht und so ziemlich zur gleichen Zeit haben wir mit WEFAIL als kleine Studio Seite angefangen, aber hauptsächlich aus Spaß.
2. Wie kam diese Form einer Agentur-Seite zustande? Man könnte ja fast denken, Ihr habt ein Wochenende mit unendlich viel Bier an einem Pool verbracht und am Ende kam die Idee für diese Webseite bei raus. Damit wir uns nicht missverstehen: wir finden sie witzig, inspirierend und cool!
Die Walking-Animation wurde als Erstes durch Jordan realisiert. Es ist ein simpler Motion-Tween der die Timeline runterläuft. Nichts besonderes also. Wir haben damit eine ganze Weile herumgedoktert und schließlich wurde es die Engine für wefail.com. Einfach zwei Leute die spazieren gehen. Das Visual-Design kam erst nach der Engine. Das ist der normale Ablauf, wenn wir eine Seite bauen.
3. Die beiden Typen da auf Eurer Seite? Wer ist das? Und wer ist die Frau?
Jordan ist der Polizist und ich bin der Typ mit den vielen Köpfen. Die Dame ist Jordans Ehefrau.
4. Erzähl mal was zur technischen Umsetzung der Seite? Ich nehme an, Ihr habt Euch selbst gefilmt und die Sequenzen dann am Rechner bearbeitet und mit Flash die Seite dann gebaut?
Nein, es wurde alles in Flash animiert. Die Puppen haben Körperteile mit Drehpunkten, die mittels Motion-Tweens zum laufen gebracht wurden. Es gibt nur einen Teil mit ED209, wo wir ein kleines 3D-Video reingeworfen haben. Der Rest ist gutes altmodisches Flash-Motion-Tween.
5. Wann kommt die Colour-Version der Wefail-Seite?!
Nie, wir machen niemals eine Seite zweimal. Unser einziges Remake wird hungout.com sein, welches bereits in seiner zweiten Version ist. Aber wir halten nicht viel von Remakes von unseren Seiten. Sie sind einfach Klassiker des Augenblicks.
6. Gibt es neben Wefail noch ein anderes Business für Dich? Arbeitest Du noch als Freelancer?
Z.Zt. nicht sonderlich viel. Zum Glück zieht WEFAIL die Leute weiterhin. Ich habe in letzter Zeit ein bisschen mit Brendan Dawes gearbeitet. Das macht Spaß. Er ist ein "Fellow Northener" hier in England.
7. Was sagen Eure Kunden zur Wefail-Seite? Sind nicht viele davon eher abgeschreckt? Oder kommen sie gerade wegen der ausgefallenen Seite auf Euch zu?
Wir haben die WEFAIL-Seite 2003 gelaunched und die Reaktionen waren gemischt. Nicht viele User verstehen, dass wir eine Online-Agentur sind. Wir verkaufen uns nicht so gut, wie es viele andere Agenturen tun. Wir scheuen uns vor so einem "selbstpositivem Hype". Wir hassen das.
8. Könnt Ihr nur crazy Seiten bauen oder macht Ihr auch "normale" Seiten?
Wir würden uns selber nicht als verrückt klassifizieren. Wenn man sich WEFAIL.com anschaut, mag man vielleicht denken, dass wir ein bisschen komisch sind. Aber wenn du zwischen den Zeilen liest und aufpasst dann erwischt man uns.
BBDO hat verstanden was wir machen und ist nun unser aktueller Kunde geworden. Und BBDO ist eine bedeutende Marketing-Company. Also - wenn uns jeder als crazy betrachten würde, wäre unsere Message nicht richtig angekommen. Du musst einfach nur zuhören, hingucken und aufpassen, dann wirst du feststellen: wir sind nicht verrückt.
9. Kann man Dich 2006 auf irgendwelchen Konferenzen sehen?
Errrr... vielleicht, wir sind nicht sicher… es kann sein, dass wir mal ein Jahr ohne Konferenzen machen. Die Entscheidung steht noch aus.
10. Gibt es schon Projekte für 2006 über die es sich lohnt zu reden? Wie geht es weiter mit Wefail?
Wir arbeiten am größten Animations-Job den wir je gemacht haben. Es ist für eine Fernsehsendung, die spät 2006 laufen wird. Es läuft alles verdammt gut und wir sind gespannt.
11. Kommen Eure Auftraggeber nur von der Insel? Oder arbeitet Ihr europaweit oder gar weltweit?
Sogar weltweit!!!! Wir sind eine Internetfirma, also wäre es doch ziemlich dumm sich nur auf Regionen zu limitieren. Wir arbeiten überall wo es passt. Also sind wir global. Die meisten Klienten treffen wir nie... genauso wie wir beide uns nie treffen. Jordan lebt in Texas und ich in England. Und wir arbeiten trotzdem perfekt zusammen.
12. Wann kommst Du bzw. Ihr mal nach Berlin, damit wir Euch zu einem Bier oder Cocktail einladen können?!
Wir würden sehr gerne rüber nach Berlin kommen. Letztendlich hat Bowie "Low" dort geschrieben.
Hier noch ein paar Standardfragen, die wir jedem Interviewten stellen und die einfach sein müssen:
a) Du wurdest wann und wo geboren?
Manchester, England. Vor langer Zeit.
b) Hast Du irgendwas studiert oder eine andere Ausbildung genossen?
Als Kind habe ich Comics gezeichnet und kopiert. Dann als ich älter war, habe ich versucht einen Abschluss in Graphik-Design zu bekommen. Aber das hat für mich irgendwie nicht gepasst, also habe ich es ziemlich schnell sein gelassen und mir selbst Photoshop und Flash beigebracht.
c) Welche Webseiten besuchst Du regelmäßig und warum?
www.autotrader.co.uk - weil ich nach einem neuen Auto Ausschau halte, www.ebay.com - weil ich süchtig bin, irgendwelche Sachen online zu kaufen und www.tesco.com - weil die mir Lebensmittel vor die Tür liefern.
d) Was sind Deine Lieblingsseiten? Welche sind Deiner Meinung nach extrem gelungen?
Welche Seiten sind wirklich gut gemacht? Mir fallen im Moment keine ein. Es könnte alles besser gemacht sein.
e) Wohin willst Du unbedingt mal reisen?
Nach Japan.
f) Wen würdest Du selbst gern mal interviewen?
Francis Bacon oder Lucien Freud. Ich hätte allerdings mit einem größere Chancen als mit dem anderen zur Zeit.
g) Von wem würdest Du Dir Artwork ins Wohnzimmer hängen?
Von Francis Bacon, Lucien Freud, John Bellany, RB Kitaj, David Hockney.
h) Stehst Du auf Designer-Action-Toys? Und wenn ja - von wem steht was auf Deinem Schreibtisch? Deine eigenen?!
Nein, ich habe nur ein Bild von Mutter Maria auf meinem Schreibtisch zu stehen.
i) Deine Lieblingsband/Sänger/Sängerin? (drei bis zehn Stück)
Morrissey, Rolling Stones, Led Zeppelin, Pink Floyd, Stone Roses, Happy Mondays, U.N.K.L.E, Radiohead, Ma
>>Interview by Matias Roskos from VisualOrgasm in july 2005 per Email<<
1. Most people just love your crazy Wefail-page. Tell us about
Wefail! When was the agency started? Is Wefail actually an agency, or
more of a collaborative project with Sofake?
WEFAIL's 2 people that were once bored, they are the amazing Jordan Stone of Sofake fame, and myself. We made hungout.com about 2 years ago, and then pretty much at the same time we'd been making WEFAIL as a little studio site but mainly just for fun.
2. How did you come up with the idea for the website? It looks
almost like you spent a weekend by the pool, with tons of booze, and
the website concept was the result. Don't get us wrong: we find your
page both funny and inspiring, and really cool! :-)
The walking animation had been made previously by Jordan, it's a motion tween that runs the course of one timeline. So it got broken up and screwed with and made the engine for wefail.com. Just 2 people taking a walk. The visual design came after the engine, which is usually how we make a site.
3. The two dudes on your page - who are they? And who's the woman?
Jordan's the cop, I'm the guy with many heads. The lady is Jordan's lady wife.
4. Please tell us a bit about the technical background to the site: It seems like you filmed yourselves, digitally edited the sequences and then built the site in Flash?
Nope, its all tweened. The puppets have pivoted limbs, motion tweened to walk and then the rest follows suit. There's just one part with ED209 that we threw a small 3D video at. The rest is good old fashioned motion tweening.
5. When can we expect the Wefail site in color?!
No, we never make the same site twice. Our only remake will be hungout.com which is already on its second version. But we don't believe in remaking our sites, they're instant classics.
6. Do you work on other projects besides Wefail? Do you still work as a freelancer?
Not so much at the moment, luckily WEFAIL keeps the people coming. I've been working a little with Brendan Dawes, that's been fun. He's a fellow northerner here in England.
7. What do your clients say about the Wefail site? Isn't it rather scaring people off? Or do they come to you specifically because of your unusual site?
We launched the WEFAIL site in 2003 and it had a mixed reception, not many users actually understood that we were a studio. We weren't selling ourselves in the way most studios were at the time. We shy away from self-positive hype, it's ugly.
8. Do you only develop "loony" sites, or "normal" ones as well?
We wouldn't class ourselves as "LOONY", if you briefly skimmed across the surface of WEFAIL.com then maybe you'd see us as a little odd. But if you read between the lines and pay attention then you'd "get us". BBDO understood what it is we do and they became our latest clients (www.bbdo.com) and they're quite some marketing company, so if everyone saw us as "LOONY" we wouldn't be getting our message out right. You just have to listen and look, and pay attention... we're not crazy.
9. Can we see you at any conference in 2006?
Errrr... maybe, we're not sure... we may have a year off from conferences, it's yet to be decided.
10. Is there anything in the pipeline for 2006 that you can already
talk about? Where is Wefail headed?
We're working on the largest animation job we've ever done. It's for a TV show that will run later in the year. It's going really well and we're very excited.
11. Do you have your clients only on the Isles? Or do you work on the continent as well? Even globally?
Even globally!!!! We're an internet company, so limiting ourselves to regions would be pretty dumb. We work anywhere that suits. So we're global, we never meet most of our clients…just like we never meet each other. Jordan lives in Texas and I live in the UK, we work together remotely.
12. When can we welcome you in Berlin, and invite you for a beer or a cocktail?
We'd love to come over to Berlin. After all, Bowie wrote Low there.
Additionally, here's a few standard questions that we ask every interviewee - there's no avoiding these…:
a) When and where were you born?
Manchester, England. A long time ago.
b) Did you undergo any formal training or education, or are you essentially self-taught?
I used to draw and copy comics as a kid, then tried to do a degree in graphic design when I got older. But it didn't work for me, so I dropped out pretty quickly and taught myself photoshop and flash.
c) Which websites do you visit regularly, and why?
www.autotrader.co.uk/ because I'm after a new car, and www.ebay.com because I'm addicted to buying things online, www.tesco.com because they'll deliver my groceries to the door.
d) What are your favorite pages? According to you, which pages are really well done?
According to you, which pages are really well done? I don't know of any at the moment, everything could be done better.
e) Where would you love to go travelling one day?
Japan.
f) Who would you yourself love to do an interview with?
Francis Bacon or Lucien Freud. I'd have more chance with one than the other at this moment in time though.
g) Whose artwork would you hang into your living-room?
Francis Bacon's, Lucien Freud's, John Bellany's, RB Kitaj's, David Hockney's.
h) Do you like Designer-Action-Toys? If so, whose is standing on your desk?
Nope, I just have a picture of Mother Mary standing on my desk.
i) Your favorite band / singer? (between 3 and 10)
Morrissey, Rolling Stones, Led Zeppelin, Pink Floyd, Stone Roses, Happy Mondays, U.N.K.L.E, Radiohead, Ma

Interview mit Miguel Calderon (Mexiko)

Das Interview führte Matias Roskos von VisualOrgasm im Juli 2005 per Email. Vielen Dank an Matthias Schütze für den Support beim Überseten.
GrupoW aus Mexiko
1. Wer ist Grupow? Erzählt mal. Wie entstand die Agentur? Wieviel Leute gehören dazu?
Der Name GrupoW wurde von uns gewählt, um den Buchstaben "W" als Symbol für das Word Wide Web im Namen zu haben. Wir mögen diesen Buchstagen!
Wir sind eine mexikanische Agentur, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, interaktive Projekte zu entwickeln. Sie wurde von zwölf Leuten gegründet, die für Programmierung, Design, Kommunikation und Marketing zuständig sind. Das alltägliche Agentur-Leben findet in Saltillo statt, einer kleinen Wüstenstadt im Norden Mexikos, nahe an den USA. Dieses alltägliche Agentur-Leben bedeutet: Arbeit, Filme gucken und Billiard-Matches.

GrupoW wurde 1999 als propositive Agentur geboren, die Risiken eingeht. In den letzten fünf Jahren ist die Agentur zu einer der anerkanntesten und respektiertesten Agenturen des Landes avanciert. Wie in diesen guten Geschichten hat alles in einem kleinen Raum mit zwei Leuten angefangen - keine Auftraggeber, kein Geld, aber großen Drang zu arbeiten. Für eine Weile mussten wir von Tür zu Tür gehen (gut gekleidet und ordentlich frisiert) und die möglichen Auftraggeber überzeugen, dass das Internet und Flash doch ganz nett seien. GrupoW hat schon eine Menge Preise bei verschiedenen Festivals überall auf der Welt abgeräumt, z.B. Cannes OneShowInteractive, FIAP und einige im Internet: Lieblingswebsitepreis, Internetinyawards, Bombshock, Macromedia, Yahoo, etc.
2. Ihr habt die Flash-Konferenz in Mexico organisiert. Erzählt ein bisschen über "Flash for Mexico".
Die Idee für "Flash for Mexico" wurde 2003 geboren. Es entstand aus dem Wunsch heraus die komplette mexikanische Community an Entwicklern zusammen zu bekommen und um die Entwicklung einer Kultur wirklich guten Webdesigns zu fördern, in der die Kreativität und das Können der Entwickler auch entsprechend gewürdigt wird. Dies geschah auch um billige und qualitativ schlechte Templates entgegen zu wirken, die das Land zu überschwemmen drohten und den Markt fast komplett zerstörten für diejenigen, die Projekte mit guter Qualität abliefern wollten. Diese Projekte erfordern aber auch höhere Investitionskosten im Vorfeld.
Als wir die Entscheidung trafen das Festival zu veranstalten, erhielten wir sofort von vielen Entwicklern im Land Unterstützung und die Resonanz der Community war großartig.
Die Resultate des ersten Festivals führten uns zu dem Entschluss ein weiteres Festival 2006 zu veranstalten. Dann mit mehr Vorlesungen und internationalen Ausstellern aus vielen verschiedenen amerikanischen und europäischen Ländern.
3. Wenn wir das richtig verfolgt haben von Deutschland aus, war die Konferenz ein voller Erfolg. Es kommen auch immer mehr gute Flashseiten aus Mexico. Die Szene scheint sich dort rasend schnell zu entwickeln…
Ja, wir können sagen - die Konferenz war ein großer Erfolg. Wir haben viel gutes Flash made in Mexico gesehen. Die Flash-Szene des Landes entwickelt sich mit rasender Geschwindigkeit. Dem könnt Ihr sicherlich zustimmen. Aber woher kommt diese beeindruckende Entwicklung? Viele Agenturen habe ihr qualitatives Level deutlich angehoben. Aber zahlreiche gute Leute wurden durch ausländische Agenturen unter Vertrag genommen, verließen also Mexiko und hinterließen ein großes Loch an Talenten.
Auf der anderen Seite ist die mexikanische Wirtschaft nicht besonders stark und es wird nur wenig in Online-Werbung und -Marketing investiert. Man muss also Auftraggeber in anderen Ländern suchen. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Situation nicht die Beste ist. Trotzdem versuchen wir alle, die wir diesen Job lieben, in jedem neuen Projekt unser Bestes zu geben.
4. Was betrachtet Ihr als Euren Markt? Nur Mexico? Oder auch die USA?
Am Anfang haben wir nur für mexikanische Kunden gearbeitet. Mittlerweile arbeiten wir oft auch für amerikanische Agenturen, wie zum Beispiel für Nike USA, für die wir die Latein-Amerikanische Nike-Seite realisiert haben.
5. Die Fußball-Nationalmannschaft Mexicos hat gerade beim Confederations-Cup einen extrem starken Eindruck hinterlassen. Seid Ihr Fußball-Fans? Und was können wir von Grupow zur Fußball-WM erwarten?
Ja, wie jeder Mexikaner, fühlen wir den Fußball ganz tief in uns. Wann immer wir können, gehen wir raus auf die Straße und spielen Fußball.
Die aktuelle Auswahl Mexikos scheint auf einem guten Level zu sein. Aber es gibt Teams wie Brasilien, die mit zahlreichen Stars antreten werden. Da ist es schwer Vorhersagen zu treffen. Wir vertrauen darauf, das unser Team ein gutes Turnier spielen wird. Es wird großartig werden.
6. Kommt Ihr vielleicht sogar nach Berlin, so dass wir Euch zu ein paar leckeren Cocktails einladen können?!
Wir würden uns sehr freuen Deutschland besuchen zu können! Aber leider werden wir in diesen Tagen zu viel zu tun haben und die Spiele nur am Fernseher verfolgen können.
Aber wenn wir irgendwann einmal ein wenig Zeit haben, werden wir einen Trip zu Euch rüber planen und werden das Angebot zu einem Cocktail gern annehmen. Danke für die Einladung.
7. Mit dem Circulo habt Ihr eine ziemlich coole Flashseite ins Netz gezaubert. Erzählt etwas über dieses Projekt. Wer oder was ist darin vereinigt?
El Circulo is ein kleines Portal, dass wir für die Vereinigung der besten Werbeagenturen (Circulo Creativo) in Mexiko entwickelt haben. Dort werden Neuigkeiten und Artikel, die mit dem Medium zu tun haben, vorgestellt - zusätzlich zu den Preisen, die jedes Jahr an die kreativsten Arbeiten des Landes vergeben werden.
Für dieses Projekt wollten wir ein Navigationssystem bauen, das aus einem Kreis mit individuellen Bereichen besteht und in dessen Innerem die Inhalte gezeigt werden.
Die Herausforderung bestand für uns darin zu zeigen, dass es möglich ist ein Portal mit Flash zu bauen, dass schlanker als die meisten HTML-Portale ist. Das Ergebnis ist ein Navigationssystem mit weniger als 80 kb.
8. Was gibt es ansonsten an Projekten und Ideen für 2006? Was haben wir von GrupoW noch zu erwarten?
Wir möchten eine Seite entwickeln, die als Site of the Week bei VisualOrgasm präsentiert wird! Wir wachsen immer weiter: mehr Leute, mehr Computer... Wir sind im Gespräch mit einigen Werbeagenturen, um mit uns zusammen zu arbeiten und so neue nationale und latein-amerikanische Kunden zu gewinnen.
Womöglich werden wir ein neues Flashfestival organisieren, aber wir haben uns noch nicht endgültig entschieden. Ansonsten wissen wir noch nicht, aber das ist immer noch alles ein großes Abenteuer!
Hier noch ein paar Standardfragen, die wir jedem Interviewten stellen und die einfach sein müssen:
a) Du wurdest wann und wo geboren?
Geboren, März 1974 in Distrito Federal, Mexiko-Stadt.
Ich bin der Gründer von GrupoW zusammen mit Ulises Valencia, meinem Partner seit 1999.
b) Hast Du irgendwas studiert oder eine andere Ausbildung genossen?
Das meiste habe ich mir durch Lesen und durch die tägliche Arbeit angeeignet. Ich bin ein Fan des autodidaktischen Lernens. Jeder kann dabei seinem eigenen Rhythmus folgen. Man ist nicht abhängig von Professoren und Tutoren.
c) Welche Webseiten besuchst Du regelmäßig und warum?
Favourite Website Awards, Internet Tiny Awards, Moluv, Ultrashock, Linkdup, Netdiver, 4efx, VisualOrgasm, Wellvetted, Wow-Factor, StyleBoost, etc.
Ich mag die Webseiten-Zusammenstellung, die diese Portale machen. So kann ich Tendenzen erkennen und habe einen Einblick in die Ideen und Konzepten von anderen Designern.
d) Was sind Deine Lieblingsseiten? Welche sind Deiner Meinung nach extrem gelungen?
Ich mag eine ganze Menge von den Sachen, die Group94 and Hi-Res machen, die Nike-Seiten sind generell alle großartig. In letzter Zeit finde ich die Havaianas aus Brasilien und die Nestea Ice-Tea Seite von JuxtInteractive toll. Manche Seiten aus dem Osten haben eine ganz eigene Personalität, anders als alles was im Westen gemacht wird.
e) Wohin willst Du unbedingt mal reisen?
Nach Europa, wo ein großer Teil der menschlichen Zivilisation entstand. Und einige Länder Asiens, besonders die mit einem großen spirituellen Einfluss.
f) Wen würdest Du selbst gern mal interviewen?
Quentin Tarantino, kein Zweifel.
g) Von wem würdest Du Dir Artwork ins Wohnzimmer hängen?
Miró und Picasso, das schafft ein wenig visuellen Widerstreit in der Morgendämmerung. ;-)
h) Stehst Du auf Designer-Action-Toys? Und wenn ja - von wem steht was auf Deinem Schreibtisch? Deine eigenen?!
Natürlich! Hier in meinem Büro stehen: Hellboy, Mr. Incredible und das Ding von den "Fantastic 4".
i) Deine Lieblingsband/Sänger/Sängerin? (drei bis zehn Stück)
Generell mag ich englische Musik. Ich glaube alle meine Lieblingsbands kommen von da... The Beatles, U2, RadioHead, The Cure, Morrisey, Bjork, David Bowie.
>>Interview by Matias Roskos from VisualOrgasm in july 2005 per Email<<
1. Who is Grupow? Tell us about it. How did the agency come into being? How many people are part of it?
GrupoW is a mexican agency dedicated to the development of interactive projects, formed by people in charge of programming, design, communication and marketing areas, a total of 12.
Daily life on the agency takes part in Saltillo, a small desert city, located in the north of Mexico, near the USA; long journeys of work, movies and pool matches.
GrupoW was born in the 1999 as a propositive agency, that takes risks, and in this 5 years it has become one of the most recognized and respected agencies of the country.
As in the good stories, it began in a small room with 2 persons, no clients, no money, but a great desire to work. For a while we had to knock doors (well dressed and hairdos) and convince the possible clients about the kindness of internet and flash.
Actually, GrupoW has achieved several awards in different festivals around the world, as Cannes, OneShowInteractive, FIAP and some on internet as Favouritewebsiteawards, Internetinyawards, Bombshock, Macromedia, Yahoo, etc.
The name of GrupoW was decided for the relation that this letter has with World Wide Web. It´s a letter that we like!
2. You organized the flash-conference in Mexico. Talk a little about that.
FlashforMexico was born in 2003 of a worry to get together the mexican community of developers, to share points of view and to encourage a culture for the good web design where the creativity and tecnique of the developers is valued. This was in order to fight businesses that sold cheap and bad quality Templates, that were flooding the country and were generating a bad market for the ones who were wanting to develop projects with better quality and that needed highest investments.
When we took the decision of doing the festival, we immediately received the support of many of the developers of the country and the answer of the community was excellent. The results that we got in the first festival drove us to celebrate a second festival the next year, this time with more lecturers and exhibitors from several American and European countries.
3. From our point of view in Germany it seemed like the conference was a big success. There are also more and more good flash-sites coming from Mexico. The scene seems to develop really, really fast…
As far as we can tell from over here, the conference was a smashing success. Increasingly, we are seeing great Flash work from Mexico - the Flash design scene in Mexico seems to be developing at lightning speed.
Would you agree? Where does that massive development come from?
In some way, it has been like that, lots of agencies increased their level of quality and they started to grow new businesses married with the same ideology. However, many of them got contracted by foreign agencies, taking them out of the country and leaving an emptiness of talent in the national scene. In the other hand, mexican economy is not that good and the
investment of advertising in internet is small, forcing to search clients in other countries. In summary, the situation is not the best, however all of us who love this job still stand, traying to give the best of us in each new project.
4. What do you see as your market? Just Mexico or also the U.S.?
In the begining we worked just for Mexico, althought we had the opportunity to work for Spain and Puerto Rico a couple of times. Nowadays we have worked with clients in USA and at this moment we were called by Nike USA for a Latinoamerican project. (soon it will be online)
5. The national soccer team of Mexico just made a really strong impression at the Confederations Cup. Are you soccer fans? And what can we expect from Grupow to the World Championchip 2006?
Yes, as every mexican, we carry the futbol inside. Whenever we can, we go out, in the street, to play for a while. The mexican selection of this generation seems to have a good level, however, there are teams that go to the worldcup with too much stars, as Brasil, and it´s hard to predict the results. We all trust on playing a good game in this worldcup, as we have seen it will be impressive.
6. Are you maybe coming to Berlin so we can invite you to a few tasty cocktails?
We will love too! unfortunately in those days we will have too much work to do and we will just watch it on the tv, but whenever we get free we can plan a trip and have the pleasure of meet you and have those cocktails. Thanks for the invitation.
7. The Circulo is a really cool flash-site you put on the internet. Tell us about this project. What is it all about? Who is working in this project.
El Circulo is a small portal that we develop for the association of the most outstanding advertising agencies in Mexico, that is called Circulo Creativo.
It presents news and articles related with the medium, in addition to the awards that they give year by year to the most creative works of the country.
For the project, we wanted to show a sistem of navigation building a circle with individual parts, that turned and showed it´s content in the inside. The challenge was to demonstrate that it was feasible to make a dinamic content portal in a light flash, even more than some HTML sites. The result that we got was a navigation interphase in less of 80kb.
8. What do you have planned for 2006? What else can we expect from Grupow in the future?
We want to place a site developed by us in the Site of the Week of VisualOrgasm!.
We are growing, more people, more computers... at this time we are talking with some advertising agencies to join and to get national and latinoamerican clients.
Maybe we will organize a new edition of the flash festival, but we haven´t decide it yet.
The rest, we don´t know, as always, but this still is an adventure!
Additionally, here's a few standard questions that we ask every interviewee - there's no avoiding these…:
a) When and where were you born?
Born in march 1974 in Distrito Federal, Mexico capital.
I´m founder of the agency together with Ulises Valencia, my partner, since 1999.
b) Did you undergo any formal training or education, or are you essentially self-taught?
A little bit of knowledge from school, but mostly by reading, practicing and dedicating many hours each day. I believe more in the self-taught, since eachone follows it´s own rythm based on their capacities and no depending on a teacher or tutor to advance.
c) Which websites do you visit regularly, and why?
Favouritewebsiteawards, Internettinyawards, Moluv, Ultrashock, Linkdup, Netdiver, 4efx, VisualOrgasm, Wellevetted, Wow-Factor, StyleBoost, etc. I like to see the websites compilations that this portales do, that way i can learn tendencies and have a feedback with ideas and concepts of other designers.
d) What are your favorite pages? According to you, which pages are really well done?
I like a lot the work of Group94 and Hi-Res, the Nike sites are great in general. Recently, the Havainas of Brasil and the NesteaCool of Juxt seem to me awesome. Some eastern sites have a special personality, different to everything that is done in the west.
e) Where would you love to go travelling one day?
Europe, where is found most of the human history and some countries as Asia, mainly the mystical part.
f) Who would you yourself love to do an interview with?
With Quentin Tarantino, no doubt.
g) Whose artwork would you hang into your living-room?
Miró and Picasso, some visual conflict for dawn each morning ;)
h) Do you like Designer-Action-Toys? If so, whose is standing on your desk?
Of Course! here in my office are some: Hellboy, big one, Mr. Increible and the Thing of the Fantastic 4.
i) Your favorite band / singer? (between 3 and 10)
In general I like english music, I think that all my favorites bands are from there... The Beatles, U2, RadioHead, The Cure, Morrisey, Bjork, David Bowie.

Interview mit Rainer Michael (Deutschland)

Das Interview führte Matias Roskos von VisualOrgasm im Juli 2005 per Email. Vielen Dank an Matthias Schütze für den Support beim Überseten.
1. Rainer, erzähl doch mal ein bissel über das WM-Team. Wann wurde die Agentur gegründet? Wie lange habt Ihr gebraucht, um auf diesen Namen zu kommen?
Das WM Team wurde Ende 1999 gegründet. Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Gründer - Constantin Weimar und Rainer Michael - zusammen. Die Ergänzung "Team" ist allerdings der wichtigste Teil, denn wir setzen auf Teamarbeit. Der Name war eigentlich recht schnell gefunden und zum Glück waren alle wichtigen Domains noch frei…
2. Wieviel Leute seid Ihr mittlerweile? Und wie ist die Aufgabenverteilung, vor allem bei Euch beiden Gründern?
Wir sind momentan 9 Leute. Dazu kommen einige Freelancer, die uns bei speziellen Aufgaben unterstützen. Constantin Weimar kümmert sich eher um den Kundenkontakt, die Aquisition und die Konzeption. Ich bin für das Design und die Produktion zuständig.
3. Mit dem Flash-Award in New York … Wann war das? Und: wie war das? Erzähl mal (noch mal).
Der Award in New York ist schon eine ganze Weile her - 2001. Da haben wir unsere eigene Webseite eingereicht - übrigens die erste Webseite, die wir komplett in Flash umgesetzt haben. Damals kannten wir die Flash-Szene noch gar nicht und waren über den plötzlichen Erfolg doch etwas überrascht.
4. Könnt Ihr die alte, berühmte WM-Team-Seite mit den Bauarbeitern überhaupt noch sehen? Ich finde sie nach so langer Zeit übrigens immer noch extrem gelungen!
Wir müssen uns die alte Seite gar nicht mehr ansehen, denn wir arbeiten aktuell an der neuen. Trotzdem danke für das Lob! Ich hoffe, die neue Seite wird dir auch gefallen. Die Bauarbeiter - unsere "Worker" - sind natürlich wieder dabei!
5. Wer hat die Illustrationen gemacht und wer hat die Seite programmiert?
Die Basis der Seite stammt von mir - also der Worker, die Art der Animation, das Intro, etc… Dazu kamen eine Menge Ideen, Animationen und die Programmierung aus dem Team.
6. Woher stammt die Idee für diese Fabrik bzw. Baustelle?
Die Idee für die Worker stammt aus unserem Team-Gedanken. Wir sehen das WM Team nicht als eine Künstler-Truppe sondern eher als "Anpacker". Da passte der "ehrliche" Arbeiter, der die Ärmel hochkrempelt und loslegt, einfach gut zu uns.
7. Nach dem Flash-Award wart Ihr sozusagen berühmt. Hat man das gespürt? Gab es jeden Tag 10 Praktikantinnen, die bei Euch anfangen wollten? Gab es mehr und interessantere Aufträge?
Wir haben eine Menge Mails aus aller Welt bekommen und der Traffic ging so beängstigend nach oben, dass wir Sonderkonditionen mit unserem Provider aushandeln mussten um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen - schließlich war Traffic damals teuer und wir waren gerade frisch gegründet…

Der Award-Gewinn hat uns erst etwas gebracht, als wir selbst die Pressearbeit angekurbelt haben - schließlich kannten hierzulande nicht viele Menschen den Flashforward - Award. Danach zeigten dann aber auch größere Firmen Interesse und hörten genauer hin.

Dazu kamen natürlich eine Menge Bewerber - auch weibliche - die bei uns anfangen wollten und wir suchen immer gute Leute. Aber wir gelten mittlerweile als Praktikantenschreck, weil unsere Anforderungen sehr hoch sind. Kaffee kochen und dabei gut aussehen reicht bei uns nicht…
8. Wer sind Eure wichtigsten Partner? Bahlsen, richtig? Wer noch?
Also momentan arbeiten wir sehr viel für die Continental AG. Deren Fanportal zur Fußballweltmeisterschaft - die Contifanworld - wird von uns gepflegt und ständig erweitert. Ausserdem haben wir gerade einige Arbeiten für Bahlsen und Sennheiser fertiggestellt und arbeiten jetzt wie gesagt an der neuen WM Team Seite.
9. Wie sieht die Zukunft vom WM-Team aus? Wie soll es wohin weitergehen?
Wir bleiben wo wir sind: Das WM Team macht Entertainment im Web. Das können wir, da haben wir Spaß dran und es macht auch Sinn für unsere Kunden. Aber, da sich Flash weiterentwickelt und neue Plattformen erobert, werden wir uns mitentwickeln.
10. Ich hab gehört, Ihr wollt Dependancen in London und Berlin eröffnen. Stimmt das?
Nein, woher hast du das denn? Wir arbeiten hauptsächlich für deutsche Firmen und sehen unseren Schwerpunkt in Deutschland. Trotzdem arbeiten wir natürlich gern auch international, wenn das Interesse da ist.
11. Arbeitet Ihr auch an Handy-Content?
Wie gesagt, wenn Flash soweit ist, sind wir es auch. Sobald Flashlite eine Verbreitung erreicht hat um für unsere Kunden attraktiv zu sein, werden wir entsprechende Anwendungen anbieten. Ich glaube, wir können unsere Fähigkeiten im Mobile-Bereich gut einsetzen.
12. Ihr arbeitet extrem viel mit Flash. Würdest Du das als Eure besondere Stärke bezeichnen? Seid Ihr eine reine Flash-Agentur oder macht Ihr auch andere Webseiten und Print-Geschichten?
Also, ich würde uns ungern als Flash-Agentur bezeichnen. Unsere Games entstehen ja mindestens zur Hälfte in Photoshop… Aber, wenn man Entertainment im Web macht, kommt man um Flash nicht herum und wir setzen sehr darauf. Es gibt einige Jobs, die einen gewissen HTML Anteil haben. Aber Print ist uns unheimlich, das können andere besser…
13. Die meisten Agenturen sitzen in Hamburg, Berlin, München oder Düsseldorf. Ihr in Hannover? Was reizt Euch so an Hannover? Weil es Eure Heimat ist? Oder was noch? Erklär mal.
Hannover ist angenehm unspektakulär und man kann hier sehr gut arbeiten. Aber du hast Recht, Hannover ist halt unsere Heimat und es gibt keinen Grund zum Umziehen.
Hier noch ein paar Standardfragen, die wir jedem Interviewten stellen und die einfach sein müssen:
a) Du wurdest wann und wo geboren?
Am 9. August 1970 in Hannover-Langenhagen.
b) Hast Du irgendwas studiert oder eine andere Ausbildung genossen?
Ich habe Werbekaufmann gelernt, habe aber schon mit 16 meine ersten Grafik-Jobs gemacht und mein eigenes Geld verdient - hauptsächlich mit Games. Studiert habe ich nie, dafür war keine Zeit…
c) Welche Webseiten besuchst Du regelmäßig und warum?
Eigentlich keine. Wir schicken uns intern sehr viele Links mit neuen Sachen und da bin ich selten auf Design-Portalen, oder so…
d) Was sind Deine Lieblingsseiten? Welche sind Deiner Meinung nach extrem gelungen?
Lieblingsseiten habe ich nicht, aber bei den letzten Flashforward-Nominierten waren einige sehr gute Sachen dabei…
e) Wohin willst Du unbedingt mal reisen?
Ich würde mir gern mal Asien ansehen. Wenn ich den Computer irgendwann an den Nagel hänge, dann würde ich gern nach Spanien ziehen - ans Meer…
f) Wen würdest Du selbst gern mal interviewen?
Irgendeinen Superstar - nur um zu erfahren, dass es gar nicht so cool ist, ständig von weinenden Menschen angekreischt zu werden. Vielleicht auch nicht…
g) Von wem würdest Du Dir Artwork ins Wohnzimmer hängen?
Puh, momentan habe ich eine Serie von Skateboard-Decks von Girl im Wohnzimmer hängen. Und bei den Fox-Hotel-Projekt haben einige Designer gute Arbeit abgeliefert, z.B. die Jungs von Viagrafik oder Tokidoki - das könnte ich mir auch vorstellen…
h) Stehst Du auf Designer-Action-Toys? Und wenn ja - von wem steht was auf Deinem Schreibtisch? Deine eigenen?!
Nee, Jo - der Junior AD aus dem Team - hat den ganzen Schreibtisch voll damit und ich habe direkt einen fetten Jason aus "Freitag der 13te" zur Abwehr aufgestellt. Ich bin eher der DVD-Sammler (bald 300 Stück)…
i) Deine Lieblingsband/Sänger/Sängerin? (drei bis zehn Stück)
Ich mag elektronische Musik, z.B. Prodigy oder Front 242. Ausserdem gefallen mir einige der deutschen Bands wie Mia und Wir sind Helden ganz gut. Dazu noch ein paar derbe Gitarren und ich bin glücklich.

Interview mit Dario Picciau (Italien)

Das Interview führte Matias Roskos von VisualOrgasm im Juli 2005 per Email. Vielen Dank an Matthias Schütze für den Support beim Überseten.
1. Die Leute in Deutschland kennen fast ausschließlich nur Deine grandiose Flashseite. Erzähl mal ein bisschen mehr über Dich und Deinen Werdegang.
Ich bin 30 Jahre alt und habe mit traditioneller Kunst (Malerei, Video-Kunst, Digital Art) und Werbung zu tun gehabt, bevor ich mich aufs Kino konzentriert habe.
Mein Erstlingswerk "L'uovo" ("Das Ei") ist auf DVD erhältlich und hat etliche Preise bei den wichtigsten internationalen Filmfesten gewonnen. Aber viel wichtiger ist es mir, dass dieser Film vielfältige Diskussionen über den Wert des Lebens hervorgerufen hat.
Ich bin der Meinung, dass es die Mission eines Künstlers sein sollte das Leben in jeder Form zu würdigen und zu schützen. Diesem Ansinnen bin ich immer gefolgt und habe dabei im perfekten Einklang mit dem Dichter und Schriftsteller Roberto Malini gearbeitet.
Wir haben zusammen zwei Kurzfilme realisiert: "Binario 21" ("Platform 21"), der von der Shoah und den Werten und Rechten der Überlebenden handelt sowie "Quando Bartolomeo sorride" ("When Bartolomeo smiles"), ein visuelles Gedicht, in dem es um die Einzigartigkeit der Liebe zwischen Kindern, die unter dem Down-Syndrom leiden, und ihren Müttern geht.
Seit einem Jahr führe ich Regie in einer Produktion für "263Films" - "Dear Anne. The gift of hope" ist ein photo-realistischer 3D-Film in Top-Qualität, den ich mit initiiert habe und der eine unvergessliche Geschichte erzählt. In diesem Film lebt Anne Frank wieder und leitet alle jungen Menschen zum Erinnern und hin zum Leben an.
Um den Film herum ist eine große Erwartungshaltung entstanden und ich werde einen Trailer beim 62. Internationalen Filmfestival von Venedig zeigen: zwei Minuten, die jeden tief im Herzen berühren werden. Um Anne Frank wieder zum Leben erwecken zu lassen, habe ich in Mailand einige der besten Künstler der Welt auf den Gebieten Character Design (Jon Foster, Tim Bradstreet, Ashley Wood), Modellierung und 3D-Animation (Carles Piles, Jonas Thornoqvist, Sebastian Schoellhammer, Josep Tomas und viele mehr) um mich versammelt. Wir haben das großartigste Motion Capture System in Europa: die Raptor Studios in Busto Arsizio.
2. Als was betrachtest Du Dich? Künstler? Webdesigner? Visual Artist? Creative Director?
Ich betrachte mich komplett als Künstler. Ein Künstler der, schon seit seiner Jugend, die natürliche Gabe von Kreativität verbunden hat mit Jahren voll Lernens und harter Arbeit, um zuerst in Fine Art, später in Digital Art und dann in der Regieführung höchstes technisches Können zu erreichen. Was für mich selber wirklich wichtig ist, sind meine Ideen und meine Energie um aufmerksam zu machen auf die Dinge, die auf der Welt wirklich zählen: der Schutz des Lebens und die Rechte jedes einzelnen Menschen. Einen Beitrag, um die Lehrstunden der Geschichte nicht zu vergessen. Kunst hat eine soziale Aufgabe und in einer bestimmten Hinsicht ist sie "shamanistic", weil sie eine Brücke zwischen der wirklichen Sicht der Dinge und deren metaphysischem Wesen, dem symbolischen und geistigen Wert ist. Kunst ist eng verbunden mit dem Heiligen auf dieser Welt und das Heilige beeinflusst die Prinzipien unseres Lebens.
3. Hast Du eine Agentur oder arbeitest Du als Freelancer?
Ich bin Vizepräsident und Partner von 263Films. Ich möchte etwas erschaffen an das man sich erinnert. Es sollen Werke entstehen, die man nicht nur ihrer Schönheit wegen schätzen soll, sondern auch für ihren Bildungs-Wert. Ich arbeite mit den Leuten zusammen, die ich am meisten respektiere. Und sie sind zugleich meine besten Freunde: Roberto Malini, Andrea Jarach und einige von den Künstlern und Partnern bei 263Films.
4. Wo liegt Dein Hauptbetätigungsfeld? In Italien oder auch in den USA und Europa?
Ich arbeite in Italien, bin aber immer in Verbindung mit den Großen in den Amerika und in Großbritannien, sowie mit Künstlern und Institutionen über all auf der Welt.
5. Was machst Du in erster Linie? Womit verdienst Du Deine Brötchen? Digitaler Kunst? Oder auch Webdesign? Flashanimationen?
Die Realisierung des Films "Dear Anne. The gift of hope" und die 263Films Gesellschaft beansprucht fast meine gesamte Zeit. Meine Arbeit ist ein Mix aus Management und Kunst. Ich habe gerade erst erfahren, dass ich einen prestigeträchtigen Preis für junge italienische Manager gewonnen habe - das ist eine große Ehre für mich. Ich bin Vizepräsident von 263Films und Regisseur des Films "Dear Anne. The gift of hope".
6. Was ist für 2006 geplant und von Dir zu erwarten?
Der Film, den wir gerade machen, wird 2006 herauskommen. Es ist eine ganz neue "cinematographische" Sprache - 3D-Animation auf aller höchster Ebene und vor allem eine rührende Geschichte. Ich erwarte, dass sehr viele Menschen den Film sehen werden und sich danach mit Anne Frank, dem Gedenken und der Kunst beschäftigen. In der Zwischenzeit geht gerade ein neues großartiges Projekt an den Start. Eine außergewöhnliche Geschichte, welche die Möglichkeit symbolisiert, dass jeder die Geschichte beeinflussen muss. Jeder muss ein Stück einbringen in den Sinn des gesamten Lebens.
7. Gibt es einen Relaunch Deiner Webseite? (Was ich persönlich übrigens schade finden würde!)
Meine Website wird bald wichtige Neuigkeiten parat halten.
8. Wo fährst Du im Urlaub am liebsten hin? Und welche Stadt, welchen Ort in Italien kannst Du uns für unseren nächsten Urlaub empfehlen?!
Inseln. Ich habe Inseln im Kopf. Mentale Inseln, aber auch Inseln wo man eine enge Beziehung zur Natur und der Bedeutung der Existenz spürt. Kreta. Thasos. Aber auch Teneriffa und Grand Canaria. Z.Zt. kann ich auf Grund des Films nicht mal einen einzigen Tag Urlaub machen, also ist es im Moment einfach nur ein süßer Wunschtraum.
9. Bist Du Fußball-Fan?
Ich bin ein Fan der großen Spieler. Der beste ist einfach Ronaldo, aber auch solch grandiose Spieler wie Robinho, Adriano, Kakà oder Martins können mich begeistern. Aber keiner spielt einen solchen Fußball wie Ronaldo, wenn er sich gut fühlt und voll Inspiration ist.
10. Kommst Du zufällig bald nach Berlin, so dass wir Dich auf einen gemütlichen Cocktail einladen können?
Ich komme auf jeden Fall nach Deutschland. Ich sollte eigentlich schon dieses Jahr zu den Berliner Filmfestspielen kommen, weil wir dachten, dass der Kurzfilm "Platform 21" ausgewählt werden würde. Es ist eine kurze Oper voller Kraft der Erinnerung, gespielt von Liliana Segre, einer außergewöhnlichen Frau, die Auschwitz und den Todesmarsch überlebt hat. Jetzt lehrt sie junge Menschen nicht zu vergessen.
Die Jury hat den Film mit großer Verlegenheit nicht ausgewählt. "Es ging nicht um den Antisemitismus, sondern um eine rein künstlerische Entscheidung" rechtfertigte sich eines der Jurymitglieder mit einer e-Mail. Man kann den Kurzfilm "Platform 21" auf meiner Website sehen.
Ein anderes Projekt, dass wir noch am Start haben ist ein Teil des Nationalmuseums und beschäftigt sich mit der Kunst der Shoah und den Arbeiten jüdischer Künstler aus Deutschland, Polen, den Baltischen Staaten, den Niederlanden, Frankreich, der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien, die entweder in Lagern verstorben sind oder überleben konnten. Millionen von Menschenleben können nicht zurückgegeben werden, aber die Erinnerung an sie kann erhalten bleiben. Dies ist ein sehr wichtiger Prozess, der von Deutschland ausgehen muss.
Hier noch ein paar Standardfragen, die wir jedem Interviewten stellen und die einfach sein müssen:
a) Du wurdest wann und wo geboren?
In Mailand am 31. März 1975.
b) Hast Du irgendwas studiert oder eine andere Ausbildung genossen?
Grafische Hochschule. Aber meine Neigung geht hin zu der Kunst der großen Meister.
c) Welche Webseiten besuchst Du regelmäßig und warum?
Ich liebe es im Web zu surfen, aber ich habe kein bestimmtes Ziel. Ich neige zu Webseiten, die einen künstlerischen und emotionalen Eindruck hinterlassen und andere die mit Information und Kommunikation verbunden sind.
d) Was sind Deine Lieblingsseiten? Welche sind Deiner Meinung nach extrem gelungen?
-
e) Wohin willst Du unbedingt mal reisen?
Ich weiß nicht . Ich glaube dass Reisen nicht Urlaub sind, sondern ganz besondere Momente im Leben - kulturelle Bereichung. Kein Flüchten, sondern Weiterentwicklung. Darum habe ich auch kein besonderes Ziel, wo ich gerne hin reisen würde. Ich lasse mich vom Leben dahin führen, wo es mich hintreibt. Wenn ich ein Land auswählen müsste, würde ich Griechenland sagen. Den antiken Teil, weniger die touristischen Ziele - die Peloponnes.
f) Wen würdest Du selbst gern mal interviewen?
Niemanden. Ich würde es bevorzugen mit einigen von meinen Lieblingskünstlern ein paar Abende lang zu dinieren: Alejandro Jodorowsky, Gerard Depadieu, James Stewart (eh… wenn er noch leben würde), Jerry Lewis und viele mehr.
g) Von wem würdest Du Dir Artwork ins Wohnzimmer hängen?
Ich liebe Kunst aus der Renaissance und von Impressionisten. Ich habe keine Vorliebe.
Kunst muss neben dem Reizen von Emotionen auch inspirieren.
h) Stehst Du auf Designer-Action-Toys? Und wenn ja - von wem steht was auf Deinem Schreibtisch? Deine eigenen?!
-
i) Deine Lieblingsband/Sänger/Sängerin? (drei bis zehn Stück)
Normalerweise höre ich klassische Musik. Bei den aktuellen Sachen höre ich gerne Jazz, Lou Reed, Fiona Apple, Aimee Mann und viele, viele Film-Soundtracks.
>>Interview by Matias Roskos from VisualOrgasm in july 2005 per Email<<
1. People in Germany almost exclusively only know your grand flash-site. Tell us a little more about you and your career.
I'm 30 years old, I worked in modern art (traditional painting, video art, digital art) and in advertising, before focusing on cinema. My first realization "L'uovo" ("The egg"), out in DVD, has received important awards in the most important international festivals, but above all it has generated many debates on life's absolute value. I think that an artist's mission, nowadays, should be protecting life in every form. I always followed this mentality, working in perfect concord with the poet and writer Roberto Malini. We made 2 short-films (cine-installation): "Binario 21" ("Platform 21") which talks about the Shoah and the survivor's testimony value and the rights and "Quando Bartolomeo sorride" ("When Bartolomeo smiles") a visual poem that talks about the uniqueness of the love between down children and their mothers. Since an year I direct, for 263Films, a production that I helped starting, the 3D movie "Dear Anne. The gift of hope", a work which goes directly to the top quality of 3D photo realistic movie and talks about an unforgettable story. In the movie Anne Frank will live again and will guide all the young people to the memory and the life. There's a big expectation around this movie and I will show a trailer at the 62nd Venice International Film Festival: two minutes that will touch deeply inside everybody's heart. To let me bring back to life Anne Frank and the whole story I gathered in Milan some of the greatest artists in the world in Character Design (Jon Foster, Tim Bradstreet, Ashley Wood) and modelers and 3D animation (Carles Piles, Jonas Thornoqvist, Sebastian Schoellhammer, Josep Tomas and many more). We have the greatest Motion Capture System in Europe: the Raptor Studios in Busto Arsizio.
2. As what do you see yourself? Artist? Webdesigner? Visual Artist? Creative Director?
I consider myself a complete artist. An artist who, since the youth, has mixed a natural gift of creativity with years of studying and hard working, to reach the highest technique first in fine arts and then in digital art and film direction. What I really care about is donate ideas and energies to what really counts in the world; life's protection, human rights. A contribution to don't forget history's lessons. Art has got a social task and in a certain way "shamanistic" because it's a bridge between the real vision of things and their metaphysician essence, their symbolic and spiritual value. Art has to do with the holy and the holy has to do with life's principles.
3. Do you have an agency or do you work as a freelancer?
I'm vicepresident and partner of 263Films. I want to create something that remains and devote itself to produce works that can be appreciated not only because of their beauty but also for their educational values. I work with the people I respect the most, they're also my best friends: Roberto Malini, Andrea Jarach, some of the 263 Films partners and artists.
4. Where is your major working field? In Italy or also in the U.S. and Europe?
I work in Italy but constantly keeping in touch with the American and British majors, with artists and institutions all over the world.
5. What do you do in the first place? What do you earn your money with? Digital art or also web design? Flashanimation?
The movie "Dear Anne. The gift of hope" realization and the 263 Films society absorb almost my whole time. My job is a mix between management ( I've just knew that I won a prestigious award given to Young Italian managers: it's a great honor)and art. I'm vicepresident and director of the 263Films and the movie "Dear Anne. The gift of hope".
6. What do you have planned for 2006 and what can we expect from you?
The movie we're making is going to come out in 2006. It's a new cinematographic language, 3D animation's highest evolution and above all a touching story. I expect the movie to be watched by many human beings and that contributes to people's interaction in the name of Anne Frank, of the memory and of the art. Meanwhile another great project is starting, an extraordinary tale which symbolizes the possibility that everyone has to influence history, bringing his own contribute to life's cause.
7. Do you plan on a relaunch of your website? (What I personally think is a pitty by the way.)
My website will soon offer important news.
8. Where is your favorite place to spend your vacation at?
Islands. I have islands on my mind. Mental islands but also islands in which you can find a close relationship with nature and the meaning of the existence. Creta. Thasos. But also Tenerife and Gran Canaria. Because of the making of the movie I can't go on holiday even for a single day so for the moment is a sweet aspiring.
9. Are you a football-fan? If yes, how does your contribution for the Fifa World Championchip 2006 look like?
I'm a good play's fan. The best Ronaldo can excite me like some fantastic Ronaldinho's, Robinho's, Adriano's, Kakà's, Martins's ways of playing. But nobody plays football like Ronaldo, when he feels good and inspired.
10. Are you maybe thinking about coming to Germany, so we can invite you to drink a cocktail in a relaxed atmosphere together?
I'm going to come to Germany for sure. I was suppose to come this year for the Berlin Film Festival because we thought that the short film "Platform 21" would have been selected. It's a short opera full of reminiscent power, played by Liliana Segre, an extraordinary woman who survived Auschwitz and the Death's March. Now she teaches to young people not to forget. The jury, with embarrassment, didn't select the short film. "It wasn't for anti-Semitism, but for an artistical choice" a juryman justified via email the decision. You can watch the short film "Platform 21" on my website. Another project we have is to create, who knows maybe in Berlin, a part of a national museum dedicated to the Art of the Shoah with works made by jewish artists from Germany, Poland, Baltic, Holland, France, Czech Republic, Hungary, Romania dead in lagers or survivors. Millions of lives can't be given back, but their memory can. It's an important process which has to start from Germany. What do you think about it?
Additionally, here's a few standard questions that we ask every interviewee - there's no avoiding these…:
a) When and where were you born?
In Milan, the 31st of March 1975
b) Did you undergo any formal training or education, or are you essentially self-taught?
Graphic High School then Direction courses. But my culture raises from the affinity with great masters.
c) Which websites do you visit regularly, and why?
I love visiting the web but I don't have a destination in particular. I tend towards to websites that have an emotional and artistic impact and others that are connected to information and communication.
d) What are your favorite pages? According to you, which pages are really well done?
-
e) Where would you love to go travelling one day?
I don't know, I think that journeys are not holidays but special moments in life, contaminations, cultural enrichments. Not escapism but evolution. That's why I don't have a particular place in which I'd like to go. I let life driving me where I have to. If I'd have to say a country, I would choose Greece. The ancient part, the less touristic, the Peloponnes.
f) Who would you yourself love to do an interview with?
No one. I'd like to spend a few nights having dinner with some of my favourite artists: Alejandro Jodorowsky, Gerard Depadieu, James Stewart (eh..if he would be still alive), Jerry Lewis and many more...
g) Whose artwork would you hang into your living-room?
I love Renaissance's art and the Impressionist one. I don't have a preference. Art has to inspire besides provoking emotion. It depends on the period.
h) Do you like Designer-Action-Toys? If so, whose is standing on your desk?
No one in particular.
i) Your favorite band / singer? (between 3 and 10)
I usually listen to Classical Music.
Between the contemporary I like listening to Jazz, Lou Reed, Fiona Apple, Aimee Mann and many, many Movie Soundtracks.

Interview mit Robert Basic (Deutschland)

Das Interview führte Matias Roskos von VisualOrgasm im September 2006 per Email.
1. Seit wann bist du im Internet aktiv? Und wie sahen deine ersten Schritte aus?
Schwer zu sagen. Wenn man die BTX-Zeit mitrechnet, sind es bestimmt schon an die 20 Jahre. In BTX kryptische Zeichen eingegeben und später im Browser gelernt, wie man URLs eingibt.
2. Seit wann blogst du und seit wann gibt es dein "Basic Thinking Blog"?
Start war April 2002, schon damals auf Basic Thinking, allerdings war es ein englisch-deutschsprachiges Weblog rund um das Thema Lotus Notes. Dann Umzug auf das MEX Blog im Rahmen eines Projekts der Wirtschaftsjunioren Frankfurt. MEX war/ist eine Plattform für Existenzgründer. Das Weblog müsste Juni 2003 an den Start gegangen sein. Und hat der gesamten Webseite MEX hinsichtlich der Aufmerksamkeit einen netten Schub verliehen. Mit Auslaufen des Projekts habe ich erneut meine Blogkoffer gepackt und habe das alte Basic Thinking Blog August 2005 wieder aus der Taufe gehoben. Den alten Content hatte ich nicht, also frisch fröhlich komplett neu angefangen.
3. Wie oft wurdest du schon gefragt, ob Robert Basic dein richtiger Name ist?
Eine Zahl mit vielen Nullen?
4. Wie fühlt man sich als Dauergast in den Top10 der deutschen Blog-Charts?
Fühlen tut man wenig, wichtiger ist, dass die Leser das Blog ok finden und sowohl ihren Spaß haben als auch gut infotained werden. Die Verlinkunsdichte - als Faktor für die Platzierung - in diesen "Charts" ist ein Indikator dafür, dass die Inhalte auch von anderen Bloggern aufgegriffen werden. Das macht es neben den Kommentierenden auf dem eigenen Blog noch spannender, wie sich Gedankengänge fortsetzen und variiert werden. Dieser Austausch bzw. Dialog macht den großen Reiz aus. Einfach gesprochen: "du bist Top10" ist mehr ein Gradmesser für die zunehmende Vernetzung, die mir so ans Herz gewachsen ist.
5. Auf deinem Blog schreibst du immer wieder über Spam im Zusammenhang mit deinem Blog. Ist es wirklich so schlimm?
Auf einer Skala im Real Life von 1(easy)- 10(worst case) wäre das wohl ne 2. Auf einer Skala im Virtual Life ist es mehr ne 5. Aber momentan habe ich den Spam gut abgeblockt, doch das ist ein never ending Fight, mit dem man sich eben abfinden muss. Ab und an öffentliches Meckern ist sowas wie Dampf ablassen.
6. Wieviel User hast du täglich? Sind dir die Zahlen überhaupt wichtig?
Laut Statcounter.com sind es an Werktagen um die 3000 Unique Visitors. Dann noch die RSS Abonnenten, laut Feedburner.com sind es angeblich ca. 1.700 Abonnenten. Wie viele davon nun auch Direktleser sind und wie viele nur via RSS lesen? Keine Ahnung! Zahlen sind mir als Statistikfan des Spieltriebs wegen wichtig, Traffic ist mir wichtig, weil ich mit einem anderen Blogger einen privaten Wettbewerb aus Fun betreibe (man muss sich ja irgendwie necken :), Traffic ist mir wichtig, damit ich nicht alleine vor mich hinblubber und Traffic kann wichtig sein, wenn Du eines Tages AdSense-Millionär sein wirst :-)))
7. Womit verdienst du dein Geld? Adsense? Vorträge übers Bloggen? Buchprojekte? Oder hast du noch einen "richtigen" Job nebenbei?
Bloggen ist nach wie vor ein Hobby, zeitaufwendig. Hat quasi meine Forenaktivitäten komplett und Mailing teilweise ersetzt. Zunehmend kommen auch Dritte auf dich zu und wollen Tipps. Das mündet im Firmenumfeld in explizite Aufträge. Doch ist das nach wie vor ein Ding, dass ich passiv betreibe. Manche nennen bzw. schimpfen mich einen Weblog-Berater. Doch das wäre ich wohl, wenn ich konsequent aktiv auf Kundenfang gehen würde. So richtig entscheiden kann ich mich noch nicht, meine Eier auch in diesen Korb zu legen. Warum? Entweder werde ich eines Tages mit Werbegeldern zugeklebt, sollte die deutschsprachige Blogosphere explodieren. Luxus, oder? Man bekommt Kohle fürs Bloggen, was ich sowieso schon mache. Also sowas wie Kohle fürs Schlafen. Allerdings stehen dem Szenario noch viele unbekannte Variablen gegenüber. Und machen wir uns nix vor: Solche Mischthemen-Blogs wie meines werden gegen die upcoming Blogs auf Dauer einen schweren Stand haben, die sich intensiv auf ein Thema fokussieren und dazu noch wesentlich massentauglichere Topics verarbeiten. Oder was kann noch passieren? Die Blogs dümpeln weiter vor sich dahin und ein Engagement als sowas wie ein Blogspezialist würde sich damit auch ökonomisch nicht auszahlen. Firmen setzen ja nicht auf Trends, sondern meistens auf etablierte Kommunikationskanäle. Ich habe weder Lust, die Welt zu verändern noch verspüre ich den Drang, einen Markt zu schaffen. Zumal ich dafür auch nicht gebaut bin, um als mediales Organ die Werbetrommel für die Großartigkeit von Weblogs zu rühren. Gib mir ein Blog zum Hochpushen, das ist mein Ding, weniger das herumtheorisieren, wie sich wohl die Galaxis um Blogs dreht und warum man unbedingt auf dieses Pferd setzen sollte. Die letztere Teilfrage, wo die Brötchen z.Zt. gebacken werden: Ganz klassisch als IT Freelancer. Doch das dürfte sich in Zukunft bald ändern, da ich in aller Ruhe am Basteln von ein-zwei Projekten bin, die ich demnächst vorstellen möchte, wenn sie reif sind. Ah, nix mit Blogs, höchstens als Teilprojekt.
8. Es wird ja viel diskutiert über Einnahmequellen und Geschäftsmodelle für Blogger. Wie siehst du das? Haben Blogger perspektivisch die Chance Geld zu verdienen in Deutschland? Und wenn ja - wer? Und wer eher nicht? Und womit?
Das ist mehr eine prinzipielle Frage. Die ähnelt der Frage, ob ein Unternehmer Geld mit seinem Business verdienen kann. Die Realität: ich schätze mal, dass über 4/5 aller Vorhaben scheitern, eher mehr. Nur ein geringer Bruchteil kann von seiner Selbstsändigkeit leben und ein noch viel geringerer lebt mehr als gut davon. Reine Normalverteilung, mathematisch gesehen. Sprich, die Chance mit einem Weblog Geld zu verdienen, in welcher denkbaren und undenkbaren Form auch immer, ist also unwahrscheinlich. Aber nicht unmöglich. Was soll man sonst auch sagen? Man kann mit allem Geld verdienen, wenn die Umstände günstig sind (Dieter Bohlen macht mit schrottiger Musik, aber er ist ein genialer Geschäftsmann). Andere wiederum haben mehr Glück als Verstand, weniger eine Nase wei Bohlen (toller Vergleich, den ich da ausgerechnet auswählen musste). Meistens ist es aber das profane Arbeiten bis zum Umfallen, das Steh- und Lernvermögen (jeder baut Mist, jeder, nur muss man daraus lernen) und die notwendige Disziplin, sich in den Hintern treten zu können, was bei Angestellten der Chef übernimmt. 99% aller Blogger zeigen kein offenes Interesse, ihr Blog zu versilbern (ich rätsel jetzt nicht herum, wieviele darüber sinnieren, bringt nix). 1% würde gerne. Und davon wird möglicherweise nur jeder 5. auch was erschaffen. Nicht viel, oder? Viele Wege führen nach Rom, also "wer" ist kein Standardtyp Schema F, der es garantiert packt. Mit Glück hat das meistens nicht zu tun. Ausgeleiertes Beispiel Spreeblick: Johnny wurde mit der Jamba-Story bekannt. Viele sagen, das war der auslösende Lucky Punch. Nö, der hat danach noch zwei weitere Hits ausgepackt: Du bist Deutschland und Grup Tekkan. Das ist kein Zufall mehr. Der hat einen Riecher. Doch, wie monetarisiert man Bekanntheit und einen guten Riecher? Nur gut bloggen können, so dass man hin und wieder einen Massenauflauf erzeugt, reicht halt nicht. Jetzt noch nicht, weil allgemeine Blogosphäre in D zu klein ist? Also die Umstände? Stetige Einnahmen zu erzeugen beruht ja nicht auf One-Hit Wundern. Es geht um grundsolides Wirtschaften. Kurzum: Es gibt kein Patentrezept und wenn ich es hätte, wäre ich bald Sponsor in der Formel 1 :-) Das hört sich nicht so dolle an? Ein Blick über den Teich zeigt auf, dass die Blogkings wie Jason Calacanis und Nick Denton ohne finanziellen Background aus ihrem frühem Weblog-Imperium niemals eine Cash-Cow hätten erschaffen können. Sie haben sehr gute Schreiber bezahlt. Welcher Blogger macht das in Deutschland? Keiner (die unglücklichen Blogversuche der Verlage jetzt mal ausgenommen)! Hinzu kam der dicke Hype um Weblogs. Das hat deren Business stark begünstigt. Sie waren nun einmal diejenigen, die sich vor dem Durchstarten der Weblogszene früh und professionell aufgestellt hatten. Sprich: vernünftig Investieren, auch in die richtigen Schreiberprofis, den richtigen Riecher haben und darauf hoffen, dass der Markt die Dickschiffe aus dem Dock anhebt. Ob solche Konstellationen auch in D möglich sein werden, wer weiss das schon? Es werden sich aber auf jeden Fall auf der Ebene von Einzelunternehmern Blogs herauskristallisieren, die jetzt schon auf einem sehr guten Wege sind, via AdSense ihren Weg zu bestreiten. Noch wachsen diese Blogs unter dem Radarschirm und solange alle nur auf die A-Bloggeria schauen, können sie es auch konkurrenzlos tun :-) Auch wenn jetzt manch einem lange Ohren wachsen, eine Warnung: Ich würde mir diese Arbeit nicht antun. Es gehört schon viel Disziplin und Geduld dazu, die Früchte zu ernten. Die allermeisten Blogger könnten das nicht, weil einfach der Wille dazu fehlt.
9. Welches Blogsystem empfiehlst du den Usern? WordPress? Oder hast du noch andere Favoriten?
Wordpress hat sicher den Vorteil einer sehr großen Community. Ewig viele Plugins, Templates, Tipps und auch aktive Foren sind ein Faktor. Als Newbie-Blogger würde ich es mir sehr wohl überlegen, lieber auf einer Plattform wie Blog.de oder ähnliche Hosting-Blogs einzusteigen. Warum? Da dort die Vernetzungsmöglichkeiten aufgrund der Bauweise dieser Plattformen leichter sind als alleine im Meer von Milliarden von eigenständigen Websites zu bloggen. Ja, die Königsklasse mag ein eigenes Blog auf einer eigenen Domain sein. Und zugleich ein harter Weg, um wenigstens zu einigen Lesern zu kommen. Und dann sollte man mit einem eigenen Blogtool auch wissen, wie man Templates anpasst, ohne sich die Finger abzubrechen. Man sollte wissen, wie man Plugins installiert. Man sollte wissen, was HTML sein soll, etcpp... also was für die ganz Mutigen. Im Ernst: Blogtools wie Wordpress, Movable Type oder Expression Engine sind noch nicht so volkseasy. Das kann frustend sein. Obwohl die Tools eine Art von kleiner Revolution ausgelöst haben, um das Befüllen von Websites dramatisch zu vereinfachen. Und es steht noch eine weitere Evolution aus, die diese Tools für Jedermann/frau bedienbar macht. Aber man sieht es ja jetzt schon, worauf die Mehrheit der Blogger abfährt: Den großen Zulauf der User verspüren die Bloganbieten wie Blogger, Typepad, Blog.de, Twoday, MySpace etcpp... allesamt fertige, einsatzbereite, gehostete Lösungen. Dem User das Blog, die Technik sei die Sorge des Anbieters.
10. Neben deinem eigenen Blog - wo im World Wide Web bist du noch aktiv? Gibt es Foren, wo du dich regelmäßig rumtreibst? Hast du einen eigenen Myspace, den du hegst und pflegst? Lädts du auf Youtube oder Sevenload Videos hoch? Oder bist du Flickr-Dauergast?
Mein Blog und fertig. Der andere Krimskrams ist für mich ein Zusatz fürs Blog. Flickr (nicht mehr) für Bilder ins Blog hauen, Videos via YouTube oder Sevenload platzieren. MySpace kannst du mich jagen. Grusel. Flickr... hab kein Interesse an Fotos. YouTube als Konsument. OpenBC als Alibi-Netzwerker. Eines Tages werde ich mich wohl verstärkt in 3D Welten wie Second Life und Klonen rumtreiben. Und wenns geht, dort mein Blog mitnehmen. Wie? Technisch geht das doch... nicht... ah ja, so what. Eines Tages halt... und ich freue mich schon sehr darauf, denn mein Bauch sagt mir, dass die Erlebniswelt viel intensier sein wird als heute. An einigen Tagen kommt doch hin und wieder das Gefühl auf, wie eintönig doch diese Textwüsten sind. Ewig lesen, lesen, lesen. Wir sind doch keine Bücherwürmer. Unendliche Textwüsten haben auf Dauer keine Chance gegen 3D Welten. Aber, hehe, ich werde mich auch gedulden, bis diese simulierten Welt filigraner werden. Noch sind die Interaktionsmöglichkeiten zu grob und zu eingeschränkt.
11. Wie gelangst du an den Großteil deiner Informationen? Welche Portale oder andere Kanäle nutzt du dafür?
Mailing, RSS, Blogs, Suchmaschinen, Alerts, Telefon, RL Gespräche, Telephatie .-)
12. Man kommt zur Zeit wohl am Schlagwort Web 2.0 nicht vorbei. Wie ist deine Meinung zu diesem Thema? Ein unerklärlicher Hype? Eine logische und konsequente Weiterentwicklung des Internets? Und was entwickelt sich daraus aus deiner Sicht in der Zukunft?
In meiner Definition ist Web 2.0 die Manifestation dessen, dass das Web nach dem Crash eben nicht gescheitert ist. Dass die User das Web eben doch immer stärker in ihren Alltag integrieren. So wie ein Telefon heute keinen mehr vom Hocker haut, anno 1900 aber schon. Mehr in Web 2 hineinzuinterpretieren wäre Marketing. Die Entwicklungen sind ja schließlich allesamt sehr, sehr langfristig, wenn auch die Schritte im Jetzt groß aussehen mögen. Aber hey, was ist schon "groß", dass man etwa Texte nun auch auf Webseiten lesen kann, statt auf Papier oder Stein? Technisch gesehen stellt das eine Entwicklung von "lediglich" 3000 Jahren dar. Wie lange hat es gedauert, dass die Leute von Pferden auf Autos umgesattelt sind? Fast ein Jahrhundert? Was ich damit wegen Web 2 sagen will: Man spricht von zunehmender Dynamik, alles wird schneller, immer mehr Webseitenapplikationen kommen raus, doch bis Menschen etwas in breiter Masse annehmen, vergehen Jahrzehnte. Also Gemach mit den Pferden, Web 2.0 ist kein Raketenstart in eine neue Welt. Web 2.0 ist ein Buzzword, mit dem manche hat gutes Geld verdienen, ihr gutes Recht. IT-Historiker werden evtl. erst in 50 Jahren dieses Jahrzehnt beurteilen können, was es wirklich gebracht hat. Ob das Web 2 vielleicht doch was Entscheidendes war oder nur etwas leicht turbulentere Jahre.
13. Siehst du ein echtes Potential für Crowdsourcing-Projekte hier in Deutschland? Oder meinst du eher, man sollte die Finger davon lassen, weil sich damit kein Geld verdienen lässt? (Diese Frage stelle ich u.a. auch aus rein egoistischen Gründen. Denn ich plane mich in diesem Segment noch stärker als bisher zu engagieren.)
Warum sollte ein Unternehmen nicht einen Teil der aktiveren Kunden enger einbinden? Der Kunde entscheidet über Wohl und Wehe. Die Firma kann proaktiv oder passiv steuern. Warum also nicht so früh wie möglich die Kunden quasi um Rat und Tat bitten? Und wenn die Kunden tatsächlich sogar eigene Produktlinien kreieren und fürs Buzz sorgen, genial. Fragt sich halt nur, ob man genügend Kunden akkumulieren kann, die zu diesem Tipping Point führen. So dass andere Kunden davon profitieren, weil die Produkte tatsächlich passgenauer werden. Es kann aber speziell in D ein etwas größeres Problem sein, die Begeisterungsfähigkeit der Kunden zu wecken. Manche Nationen sind ja von Grund auf etwas distanzierter und reservierter. Wozu ganz sicher die Deutschen und die Briten gehören. Die Briten haben den Vorteil für Firmen, dass sie mE auch gerne plemplem sind. Deutsche neigen viel eher zur Krümelkritik und plemplem zu sein, ist kein erstrebenswerter, sozialer Status hier. Letztlich sind das aber sicher nur Tendenzen und super grobe Schubladenschiebereien. Hey, unter 80 Mio Einwohnern in D und 40-50 Mio Websurfern werden genug dabei sein, die man aktivieren und begeistern kann.
14. Zum Schluss noch eine Frage, die dir wohl schon dutzende Male gestellt wurde. Aber es muss einfach sein: Was macht ein gutes Blog aus? Was empfiehlst du allen, die ein eigenes Blog starten wollen?
Ohwehh, ich bin müde. Also: Irgendwie eigener Inhalt, auch wenns wie bei einem DJ gemixt wäre, eigene Sprache, eigene Kanten und Ecken, das nennt man wohl Wiedererkennbarkeit. Liebe zur virtuellen Kommunikation, Neugier, Offenheit, Experimentierfreudigkeit. Aber ganz ehrlich: Im Kern glaube ich nicht daran, dass es ein mathematisches Grundprinzip gibt. So wenig, wie es bisher Psychologen gelungen ist, Liebe zu erforschen. Warum kommen zwei Partner zusammen? Na? Siehste! Nun könnte man sich btw fragen, ob Single-Agenturen nicht allesamt etwas versprechen, was mehr dem "Zufall" unterliegt. Zufall i.S.v. etwas Undefinierbarem. Es gibt Typen, auf den stehen die Männer/Frauen. Es gibt Blogger, auf den stehen die Leser. Aber was es ist? Ich habe keine Ahnung. Ganz, ganz ehrlich. Jeder ist anders. Jeder bloggt anders. Jeder tickt anders. Jeder fühlt anders. Jetzt erschaff mal daraus ein Erfolgskonzept. Man kann lediglich bestimmte Eckpunkte einhalten. Aber das ist nur das Drumherum. Wie man sich aber innerhalb dieser "Grenzen" bewegt, darauf kommt es an. Ich nenn es irgendwie Rock&Roll. Es muss den User berühren. Berührt es ihn nicht, ist man ein 08/15 Blogger. Auswechselbar, ohne Face. Mit der Zeit entwickelt man eine Art Bauchgefühl für Dinge, die einen selbst und die Leser interessieren. So ein individuell geeichtes Matching kannst Du aber kaum auf andere Blogger übertragen. Der muss als Person seinen eigenen Weg finden. Wie heisst es bei Matrix? Durch die Tür musst Du selbst gehen, ich kann Dir lediglich die Tür zeigen. Oder so ähnlich. Das ist das, was ich manchmal bei Interessierten rüberbringen muss. Der bloggen will, gut bloggen will. Entweder ich packe es, aus ihm herauszukitzeln, wie er tickt und was ihn wirklich interessiert. Dann kann ich ihm möglicherweise seinen eigenen Weg aufzeigen. Oder dir gelingt es nicht, ein erkennbares Bild vor seinem geistigen Auge zu zeichnen. Das ist der Grund, warum es kein Standardschema gibt. Eventuell trifft es das: Wo Menschen sind, menschelt es. Jeder ist eigen. So auch sein "Blogstyle" und "Blog-Weg".
Hier noch ein paar Standardfragen, die wir jedem Interviewten stellen und die einfach sein müssen:
a) Du wurdest wann und wo geboren?
1966, Zagreb/Kroatien
b) Hast Du irgendwas studiert oder eine andere Ausbildung genossen?
BWL, Dipl-Kfm (wo ist eigentlich der Schein, lol)
c) Welche Webseiten besuchst Du regelmäßig und warum?
RSS-List, Bookmarks, Zufall, Blogs halt, warum aber? Weils mich interessiert.
d) Was sind Deine Lieblingsseiten? Welche sind Deiner Meinung nach extrem gelungen?
Weblogs. Pure Human .-)
e) Wohin willst Du unbedingt mal reisen?
In die Galaxis, kein Scherz, leider werde ich das nicht erleben können.
f) Wen würdest Du selbst gern mal interviewen?
Madonna, bitte nicht lachen, ich bewundere diese Frau für ihre Wandlungsfähigkeit und Geschäftssinn. Auch Richard Branson, die Marketingsau schlechthin im positiven Sinne.
g) Von wem würdest Du Dir Artwork ins Wohnzimmer hängen?
kein Interesse an Kunst
h) Stehst Du auf Designer-Action-Toys? Und wenn ja - von wem steht was auf Deinem Schreibtisch? Deine eigenen?!
kA, was ist das?
i) Deine Lieblingsband/Sänger/Sängerin? (drei bis zehn Stück)
wie es kommt; Lieblinge habe ich keine, aber eher alte Schinken als neue.